US-Studie: Juden und Katholiken mit höherer Impfbereitschaft

  • Eine US-Umfrage hat ergeben, dass die Impfbereitschaft auch von der Religion abhängt.
  • Jüdische und katholische Amerikaner seien grundsätzlich impfbereiter, heißt es.
  • Zudem spielt auch die Bildung und die politische Zugehörigkeit eine Rolle.
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Washington. Laut einer Studie besteht in den USA bei der Impfbereitschaft ein Unterschied zwischen den Religionsgemeinschaften. Jüdische Bürger und weiße Katholiken erklärten am ehesten, sie würden sich gegen Covid-19 impfen lassen oder seien bereits geimpft. Zudem sind Menschen mit höherer Bildung grundsätzlich impfbereiter.

Das besagt ein am Donnerstag veröffentlichter Bericht des Meinungsforschungsinstituts „Public Religion Research Institute“ (PRRI). Bei der Erhebung vom März zeigten sich weiße Evangelikale am meisten zögerlich.

58 Prozent von 5.625 befragten US-Amerikanern sagten, sie wollten sich schnellstmöglich impfen lassen oder sie seien bereits geimpft. 19 Prozent wollten warten, um zu sehen, wie der Impfstoff bei anderen Menschen wirkt. Neun Prozent wollten nur im Fall einer Impfpflicht auf der Arbeit oder für andere Aktivitäten mitmachen. 14 Prozent gaben an, sie würden sich definitiv nicht impfen lassen.

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Demokraten sind impfbereiter als Republikaner

Menschen mit höherer Bildung und der Demokratischen Partei nahestehende Befragte sind laut Studie impfbereiter als Republikaner und als Bürger mit geringerer Bildung.

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85 Prozent der jüdischen Befragten gaben an, sie seien geimpft oder würden sich so bald wie möglich impfen lassen. Bei weißen Katholiken waren es 68 Prozent, bei weißen sogenannten Mainline Protestanten 63 Prozent, bei Menschen ohne religiöse Bindung 60 Prozent, bei schwarzen Protestanten 49 Prozent, bei weißen Evangelikalen 45 Prozent und bei Latino-Protestanten 43 Prozent. Den größten Anteil der Impfverweigerer gab es bei den weißen Evangelikalen mit 26 Prozent.

Evangelikale Pastoren beim Impfen zurückhaltend

PRRI-Gründer Robert Jones erklärte, die Einstellung zur Religion werde bei der Haltung zum Impfen häufig vernachlässigt. Bei schwarzen Protestanten sei die Impfbereitschaft größer, wenn die Gläubigen Gottesdienste besuchten. Bei weißen evangelikalen Gottesdienstbesuchern hingegen sei die Impfbereitschaft geringerer.

Zahlreiche schwarze Pastoren haben sich demonstrativ impfen lassen. Weiße evangelikale Pastoren seien „zurückhaltender“ beim Impfthema.

RND/epd

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