Wendung im Trump-Impeachment: US-Senat will Zeugin anhören

  • Überraschung im Amtsenthebungsverfahren gegen den früheren US-Präsidenten Donald Trump.
  • Der Senat stimmte dafür, eine republikanische Abgeordnete als Zeugin zu laden.
  • Es geht um ein Telefongespräch, in dem Trump sich bezüglich der Kapitolstürmung gleichgültig gezeigt haben soll.
Anzeige
Anzeige

Washington. Im Amtsenthebungsverfahren gegen Ex-Präsident Donald Trump haben die Ankläger des Repräsentantenhauses überraschend die Anhörung einer Zeugin durchgesetzt. Der demokratische Chefankläger Jamie Raskin forderte am Samstag, die republikanische Abgeordneten Jaime Herrera Beutler eine Stunde lang per Videoschalte anzuhören.

Eine Hand voll Republikaner stimmen für Zeugenanhörung

Trotz der Ablehnung von Trumps Verteidigern stimmte eine Mehrheit der demokratischen Senatoren und eine Hand voll Republikaner im Grundsatz für eine Zeugenanhörung - wodurch sich das Verfahren verzögern dürfte. Es blieb zunächst unklar, ob der Senat nach der Anhörung der Republikanerin noch weitere Zeugen anhört.

Anzeige

Trump soll sich gleichgültig gezeigt haben

Anzeige

Die Abgeordnete hatte in der Nacht zum Samstag über ein Telefonat zwischen Trump und dem republikanischen Minderheitsführer in der Kongresskammer, Kevin McCarthy, während der Erstürmung des Kapitols am 6. Januar berichtet und damit den Ex-Präsidenten erneut belastet. Während McCarthy der Schilderung zufolge Trump in dem Gespräch mit Nachdruck aufforderte, einzuschreiten und seine Anhänger sofort zur Umkehr aufzufordern, soll Trump sich gleichgültig gezeigt haben. Es blieb zunächst unklar, ob der Senat nach der Anhörung der Republikanerin noch weitere Zeugen anhören würde.

Video
Impeachment gegen Trump: Ankläger zeigen verstörende Videos
1:19 min
Die Anklagevertreter präsentierten am Mittwoch im US-Senat dramatische und zum Teil zuvor unveröffentlichte Videoszenen.  © Reuters
Anzeige

Trumps Verteidiger Michael van der Veen entgegnete im Senat, falls Zeugen vorgeladen würden, würde er „mehr als 100 Aussagen“ brauchen, „nicht nur eine“. Er forderte daraufhin, das Verfahren ohne Zeugen zu Ende zu bringen. „Jetzt ist die Zeit, das zu Ende zu bringen.“ Van der Veen drohte, sonst auch die Vorsitzende des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, sowie Vizepräsidentin Kamala Harris vorladen zu wollen. Seine Forderung nach einer Aussage der Demokratinnen zielte wohl vor allem darauf ab, die Ankläger davon abzubringen, die Tür für die Anhörung weiterer Zeugen zu öffnen.

What’s up, America? Der wöchentliche USA-Newsletter liefert Hintergründe zu den Entwicklungen in Politik, Gesellschaft und Kultur - immer dienstags.

Am Freitagabend (Ortszeit) hatte es noch danach ausgesehen, dass das Verfahren gegen Trump im Senat vermutlich schon am Samstag, nach nur fünf Verhandlungstagen, abgeschlossen werden könnte.

RND/dpa

  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen