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US-Minister fleht Trump an: Präsident muss Sturm auf Kapitol verurteilen

  • Als erstes Regierungsmitglied hat US-Heimatschutzminister Chad Wolf vom nahenden Ende seiner Amtszeit gesprochen.
  • Bis dahin will er sich für die Sicherheit des Landes einsetzen und die geordnete Übergabe der Amtsgeschäfte unterstützen.
  • Wolf fordert außerdem, dass Trump und alle Politiker den Angriff auf das Kapitol deutlich verurteilen müssen.
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Washington. Nach der Erstürmung des US-Kapitols hat der amtierende US-Heimatschutzminister Chad Wolf Präsident Donald Trump „angefleht“, die Gewalt nachdrücklich zu verurteilen. Die Gewalt sei „tragisch und widerlich“ gewesen, erklärte Wolf am Donnerstag. Das Vorgehen einiger Anhänger des Präsidenten sei „inakzeptabel“. Trump und alle Politiker müssten dies deutlich verurteilen, forderte er.

Wolf galt bislang als extrem loyaler Gefolgsmann des Republikaners Trumps – nicht zuletzt bei den Bemühungen, die Einwanderung zu beschränken und den Bau der Mauer an der Grenze zu Mexiko voranzutreiben. In seiner Erklärung teilte Wolf nun mit, er werde „bis zum Ende“ der Amtszeit der Regierung weiter die Geschäfte führen, um sich für die Sicherheit des Landes einzusetzen und die geordnete Übergabe der Amtsgeschäfte an die Regierung des Demokraten Joe Biden zu unterstützen.

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Die Bilder aus Washington waren verstörend. Welche Folgen die Unruhen noch haben könnten, schätzt US-Korrespondent Karl Doemens in der Videoschalte ein.  © RND

Sturm auf Kapitol: Auch Ex-Justizminister Barr kritisiert Trump

Wolfs Erklärung war insofern bemerkenswert, weil Trumps Kabinettsmitglieder bisher vermieden hatten, vom Ende ihrer Amtszeit zu sprechen – vor allem, um ihren Chef nicht zu ärgern. Trump weigert sich, seine Niederlage einzuräumen und spricht stattdessen von massivem Wahlbetrug, wofür es aber keine Beweise gibt. Der Kongress bestätigte am Donnerstagmorgen (Ortszeit) Bidens Sieg. Der Demokrat wird am 20. Januar als neuer Präsident vereidigt werden.

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Auch Ex-Justizminister William Barr hat Trumps Verhalten im Umgang mit seinen gewalttätigen Anhängern scharf verurteilt. Es sei nicht zu entschuldigen, „einen Mob zu orchestrieren”, um Druck auf den Kongress auszuüben, kritisierte Barr am Donnerstag in einer Stellungnahme an die Nachrichtenagentur AP. Trumps Verhalten sei ein „Verrat an seinem Amt und an seinen Unterstützern”.

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Auch wenn Trump weiterhin nicht mit dem Ausgang der Wahl einverstanden ist, teilte er mit, dass er sich nicht weiter gegen die Machtübergabe sperren werde.  © dpa
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Im Kabinett gehörte Barr zu Trumps loyalsten und tatkräftigsten Fürsprechern. Im Dezember trat er aber nach Spannungen mit dem Präsidenten zurück. Konflikte gab es wegen Trumps haltloser Wahlbetrugsvorwürfe und Ermittlungen gegen einen Sohn des gewählten Präsidenten Joe Biden, Hunter.

RND/dpa/AP

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