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US-Militär: Sexualstraftaten sollen unabhängig verfolgt werden

  • Eine Arbeitsgruppe des Pentagons hat empfohlen, dass Sexualstraftaten innerhalb des US-Militärs in Zukunft von unabhängigen Behörden untersucht werden sollen.
  • Ermittlungen in solchen Fällen werden damit den Kommandeuren aus der Hand genommen.
  • Diese wehren sich seit Jahren dagegen.
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Washington. Sexualstraftaten in den Reihen des US-Militärs sollen nach Empfehlung einer Arbeitsgruppe des Pentagons künftig von unabhängigen Behörden verfolgt werden. Die Ermittlungen und möglichen Strafen würden damit den Kommandeuren aus der Hand genommen, die sich gegen einen solchen Schritt seit Jahren vehement wehren.

Unabhängige Juristen sollen künftig über Anklagen entscheiden

Das wurde am Donnerstag aus Kreisen des US-Verteidigungsministeriums bekannt. Minister Lloyd Austin werde die Meinung der Militärführung einholen und erst dann eine Entscheidung treffen, erklärten zwei Gewährsleute im Ministerium.

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Der Minister hatte die Arbeitsgruppe eingesetzt, die nun eine Reihe von Empfehlungen präsentierte. So sollen künftig unabhängige Juristen, die einer zivil geführten Staatsanwaltschaft unterstehen, entscheiden, ob ein Verdächtiger angeklagt wird und ob das Verfahren vor einem Militärgericht geführt werden soll. Dies solle gelten bei mutmaßlichen sexuellen Übergriffen, sexueller Belästigung und möglicherweise auch Taten aus Hass.

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Vertrauen in Militär soll wiederhergestellt werden

Eine weitere Empfehlung lautet, mögliche Sexualstraftaten außerhalb der Befehlskette zu untersuchen. Wenn eine Anschuldigung begründet sei, solle das Militär sofort die Entlassung eines Verdächtigen einleiten, während weitere Rechtsverfahren laufen. Hinter den Vorschlägen steht den Angaben zufolge die Notwendigkeit, das Vertrauen vieler Militärangehöriger in das System wiederherzustellen.

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Die Meldungen sexueller Übergriffe in den Reihen des US-Militärs sind seit 2006 stetig gestiegen. Kongressabgeordnete haben wiederholt gefordert, konkrete Schritte zu unternehmen, um Täter zur Verantwortung zu ziehen. Dazu gehöre, den Kommandeuren die Entscheidung darüber zu entziehen, ob eine Straftat vorliege oder nicht.

Ranghohe Offiziere erklärten dagegen, ein solcher Schritt störe die Befehlskette und gefährde den Zusammenhalt der Einheiten.

RND/AP

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