Zelllinien abgetriebener Föten: US-Erzdiözesen warnen vor Johnson & Johnson-Impfstoff

  • Führende Katholiken in den USA haben moralische Bedenken gegen den Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson.
  • Der Grund: Für die Produktion würden Zelllinien verwendet, die von abgetriebenen Föten stammten.
  • Allerdings könnten auch gläubige Katholiken guten Gewissens auf das Vakzin zurückgreifen, wenn kein anderes zur Verfügung stehe.
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New Orleans. Die Erzdiözese von New Orleans hat US-Katholiken vor dem Corona-Vakzin von Johnson & Johnson gewarnt. Dieses sei moralisch bedenklich, weil für die Produktion Zelllinien verwendet würden, die von abgetriebenen Föten stammten, hieß es in einer Mitteilung, die bereits in der vergangenen Woche versandt wurde.

Die Entscheidung für eine Impfung sei eine individuelle Gewissensentscheidung, erklärte die Diözese – und fügte die Empfehlung an Gläubige hinzu, die Vakzine von Moderna oder von Pfizer und Biontech zu nutzen, sofern diese verfügbar seien.

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Auch die Erzdiözese von St. Louis ermutigte Katholiken in einer Mitteilung, den Impfstoff von Johnson & Johnson zu vermeiden, sofern dies möglich sei. Darin wurde jedoch hervorgehoben, dass auch gläubige Katholiken guten Gewissens auf das Vakzin zurückgreifen könnten, wenn kein anderes zur Verfügung stehe.

Anschließend veröffentlichten die Vorsitzenden der Komitees zu den Themen Doktrin und Abtreibung der Katholischen Bischofskonferenz der USA eine Erklärung, in der sie die moralischen Bedenken gegen den J&J-Impfstoff wiederholten. Den Vakzinen von Pfizer oder Moderna sei der Vorzug zu geben, „wenn man die Möglichkeit hat, ein Vakzin auszuwählen.“

Nur eine einzige Dosis

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Das Mittel von Johnson & Johnson war erst am Samstag für die Notfallverwendung in den USA zugelassen worden. Das Unternehmen bestritt die Verwendung einer Zelllinie in der Produktion nicht, die auf eine Abtreibung zurückgeht, unterstrich aber in einer Mitteilung nachdrücklich, dass kein fötales Gewebe in seinem Impfstoff enthalten sei.

Anders als die Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna wird der von J&J in einer einzigen Dosis gespritzt. Starken Schutz bietet er laut FDA gegen schwere Verläufe, die Notwendigkeit zur stationären Behandlung im Krankenhaus und Tod.

Eine Dosis schützt laut einer drei Kontinente umfassenden Studie zu 85 Prozent gegen schweres Covid-19, und der Schutz sei auch in Ländern wie Südafrika stark geblieben, wo eine gefährliche Mutation des Coronavirus aufgetaucht ist.

RND/AP

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