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US-Behörde: Schutzmasken könnten Pandemie binnen Wochen stoppen

  • Donald Trump trägt jetzt Maske - und wettert gegen seinen Gesundheitsexperten Anthony Fauci.
  • Die US-Gesundheitsbehörde CDC kritisiert, dass die Schutzmaske politisiert werde.
  • Der US-Präsident müsse nun seiner Vorbildfunktion nachkommen.
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Washington. Die Ausbreitung des Coronavirus in den USA könnte nach Einschätzung der US-Gesundheitsbehörde CDC mit dem Tragen von Masken innerhalb weniger Wochen unter Kontrolle sein. “Wenn wir jeden dazu bringen könnten, jetzt sofort eine Maske zu tragen, denke ich, könnten wir diese Pandemie in vier, sechs, acht Wochen unter Kontrolle bringen”, sagte CDC-Direktor Robert Redfield am Dienstag (Ortszeit) in einem Interview des Chefredakteurs des Fachmagazins “Journal of the American Medical Association”.

Die USA sind nach Zahlen der Johns-Hopkins-Universität mit mehr als 3,4 Millionen Infizierten und bisher mehr als 136.000 Toten das weltweit mit Abstand am stärksten von der Corona-Pandemie getroffene Land. Eine landesweite Maskenpflicht gibt es nicht. In einer Pressemitteilung des CDC vom Dienstag hieß es, eine Gesichtsbedeckung sei eine der wirkungsvollsten Waffen, um das Ausbreiten des Virus zu verlangsamen und zu stoppen.

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Es mache ihn traurig, dass die Frage des Maskentragens zu einer politischen geworden sei, sagte Redfield in dem Interview. Er lobte US-Präsident Donald Trump und auch Vizepräsident Mike Pence, dass diese jüngst Masken getragen hätten. "Sie könnten sich in ihrer Situation natürlich leicht rechtfertigen und sagen, sie bräuchten das nicht, weil sie und ihr Umfeld ständig getestet werden. Aber wir brauchen sie als Vorbilder", sagte Redfield.

Der US-Präsident hatte im April Richtlinien der Gesundheitsbehörde CDC verkündet, nach denen das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes empfohlen wird. Er hatte aber umgehend deutlich gemacht, dass er selber keine Maske tragen werde, und das mit seinen regelmäßigen Corona-Tests begründet. Ihm wird vorgeworfen, durch sein Auftreten ohne Maske ein schlechtes Vorbild in der Pandemie abzugeben.

Trump wirft Fauci “viele Fehler” vor

Derweil sorgt das Verhältnis zwischen Trump und seinem Berater, dem Immunologen Anthony Fauci, für jede Menge Gesprächsstoff. Trump hatte dem angesehenen Experten vergangene Woche “viele Fehler” vorgeworfen. Am Wochenende berichtete unter anderem die “Washington Post”, dass sie eine Liste des Weißen Hauses mit Aussagen Faucis bekommen habe, die zeigen soll, dass er sich mit Blick auf die Corona-Pandemie mehrfach getäuscht habe.

Trump wird immer wieder vorgeworfen, dass er sein Augenmerk vor allem auf die Wiedereröffnung der Wirtschaft legt und das Ausmaß der Pandemie im Land trotz der Daten herunterspielt. Zudem wird Trump vorgehalten, er sei ein schlechtes Vorbild, weil er normalerweise keine Maske in der Öffentlichkeit trägt. Bei einem Besuch in einem Militärkrankenhaus am Samstag hatte Trump einen Mund-Nasen-Schutz getragen.

RND/dpa

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