Vorbild Kurz: Was sich die Union von ihm abschauen will

  • Die 38,4 Prozent, die die Österreichische Volkspartei bei der Nationalratswahl am Sonntag eingefahren hat, machen Unionspolitikern in Deutschland große Augen.
  • Abgeordnete und Minister aus CDU und CSU sind voller Lob für den ÖVP-Chef Sebastian Kurz.
  • Armin Laschet sieht in dessen Wahlkampf ein Erfolgsmodell auch für Deutschland.
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Berlin/Wien. Nach dem Erfolg der Österreichischen Volkspartei (ÖVP) bei der Nationalratswahl am Sonntag schauen Unionspolitiker anerkennend nach Österreich. Ist die ÖVP zu einem Vorbild für die Union geworden? Nach der Einschätzung des Parteivizes Armin Laschet kann sich die CDU ein Beispiel am Wahlkampf vom Sebastian Kurz nehmen. "Er hat seine Themen gehabt, er ist bei seinen Themen geblieben, er hat nicht den politischen Gegner beschimpft, sondern für seine Ideen geworben", sagte der nordrhein-westfälische Ministerpräsident am Montag in Berlin vor Sitzungen der CDU-Gremien. "Ich glaube, das brauchen wir: klare Ideen, kurze Sätze und prägnante Botschaften." Das könne auch für die CDU ein Erfolgsrezept sein.

Die hohen Verluste der rechtspopulistischen FPÖ haben nach Laschets Einschätzung allerdings nichts mit Kurz zutun. "Das ist zurückzuführen auf das Ibiza-Video, das weiß jeder."

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Warme Worte für den Wahlsieger

Auch der Hamburger CDU-Bundestagsabgeordnete Christoph Ploß sieht in Kurz' Wahlsieg ein Erfolgsmodell, das sich auf Deutschland übertragen lasse. "Wenn eine bürgerliche Partei mit einem sympathischen Spitzenkandidaten klare, liberal-konservative Positionen bezieht, honorieren das die Wähler", schreib Ploß auf Twitter.

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Für den CSU-Abgeordneten Andreas Lenz hat der Wahlerfolg der Volkspartei ebenfalls vor allem mit Kurz zu tun. Der habe gezeigt, dass man mit "konsistenter Politik, persönlichem Einsatz und Sympathie" Wahlen gewinne.

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Glückwünsche und Lob gab es auch von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU), der Kurz "Mut zu Haltung", ein klares Profil und den "Willen zur politischen Führung" attestierte.

Klöckner zweifelt an Übertragbarkeit des Erfolg

Agrarministerin Julia Klöckner (CDU) zeigte sich zumindest mit Blick auf die Übertragbarkeit des ÖVP-Erfolgs nach Deutschland skeptisch. Klöckner lobte Kurz am Montagmorgen in Berlin und gratulierte ihm zum Wahlsieg. Er habe im Wahlkampf eine klare Haltung gezeigt und sich klar von extremistischen Positionen abgegrenzt. Deutschland und Österreich seien allerdings weder von der Größe noch von der Vorgeschichte der Koalitionen vergleichbar.

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RND/dpa/fh