„Es nervt!“: FDP sauer auf Union wegen Zitaten aus vertraulichem Gespräch

  • In der „Bild“-Zeitung wird über Inhalte des jüngsten Sondierungsgesprächs zwischen Union und FDP berichtet.
  • CDU und CSU sollten die Grünen zu einer Jamaika-Koalition „rüberziehen“, heißt es da.
  • Das sorgt für Zorn bei den Liberalen.
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Berlin. Nach dem ersten Sondierungsgespräch zwischen Union und FDP am Sonntagabend gibt es den ersten Streit zwischen den Parteien. Die „Bild“ berichtete, dass die FDP klar signalisiert habe, für eine Jamaika-Koalition aus CDU, CSU, FDP und Grünen bereitzustehen. Die FDP-Spitze habe in der internen Sitzung aber klargemacht, dass die Union jetzt die Grünen „rüberziehen“ müsse. Und dass der Dienstag der entscheidende Tag dafür sei.

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Nach Sondierung: FDP wirft Union Indiskretionen vor
1:15 min
Am Sonntag trafen sich Union und FDP für erste Sondierungen. Nun wirft FDP-Parteivize Johannes Vogel der Union einen Bruch der vereinbarten Vertraulichkeit vor.  © dpa

Am Vormittag um 11 Uhr kommen Union und Grüne zu einer ersten Sondierungsrunde zusammen. Dann wollen die Grünen nach Angaben ihres Politischen Bundesgeschäftsführers Michael Kellner einen Strich unter die bisherigen Gespräche machen und über Konsequenzen beraten.

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Aus der FDP-Führung habe es in der Runde am Sonntag gegenüber der Union eine „Knallhartansage“ gegeben, schreibt „Bild“: „Wir haben ein Interesse an Jamaika! Habt ihr es auch? Wollt ihr es? Habt ihr die Nerven? Seid ihr geschlossen?“

Die Veröffentlichung sorgt bei den Liberalen für Missvergnügen. „Es gab vergangenes Wochenende drei Sondierungsgespräche, an denen ich für die FDP auch teilgenommen habe“, schrieb der stellvertretende FDP-Vorsitzende Johannes Vogel bei Twitter. „Aus zweien liest und hört man nix. Aus einem werden angebliche Gesprächsinhalte an die Medien durchgestochen. Das fällt auf, liebe Union – und es nervt!“

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Die FDP-Bundestagsabgeordnete Sandra Weeser fragte: „Wie soll so Vertrauen für eine Zusammenarbeit entstehen?“ Offiziell gab die FDP keinen Kommentar ab. Die Grünen setzt der Bericht unter Druck, weil sie mehrheitlich eigentlich eine Ampelkoalition unter Führung der SPD anstreben.

Tatsächlich hatten alle an den Sondierungsgesprächen beteiligten Parteien Stillschweigen vereinbart und bisher auch eingehalten, um Vertrauen aufzubauen. Durchstechereien hatte es nicht gegeben. Dabei sind sie zumindest aus der Union nicht neu. Inhalte aus Gremiensitzungen der CDU gelangen immer wieder innerhalb kürzester Zeit in die „Bild“-Zeitung – und zwar oft noch, während die Sitzung läuft.

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