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Familienministerin Giffey kann aufatmen: FU Berlin bestätigt Doktortitel

  • Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) kann ihren Doktortitel behalten.
  • Das Präsidium der Freien Universität Berlin (FU) erteilte der Politikerin für ihre Dissertation jedoch eine Rüge.
  • Plagiatsvorwürfe seit Februar hatten eine Bewerbung der 41-Jährigen als SPD-Vorsitzende verhindert.
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Berlin. Bundesfamilienministerin Franziska Giffey darf ihren Doktor-Titel behalten - und damit auch ihren Ministerposten. Die Freie Universität Berlin (FU) teilte am Mittwochabend mit, dass das Universitätspräsidium einstimmig beschlossen habe, Giffey für ihre Dissertation eine Rüge zu erteilen, den ihr verliehenen Grad "Doktorin der Politikwissenschaft" aber nicht zu entziehen.

Die Entscheidung sei nach eingehender Prüfung und einer mehrstündigen Sitzung gefallen. "Frau Dr. Giffey wurde am heutigen Mittwoch über die Entscheidung des Präsidiums informiert", teilte die FU weiter mit.

Die Freie Universität Berlin (FU) hatte seit Februar auf Giffeys eigene Bitte hin ihre Doktorarbeit geprüft. Dabei ging es darum, ob die SPD-Politikerin abgeschrieben oder nicht korrekt zitiert hat. Plagiatsjäger der Website "VroniPlag" hatten auf Dutzende Unregelmäßigkeiten in der Arbeit hingewiesen und später festgestellt, dass sogar auf mehr als jeder dritten Seite Plagiatstext zu finden sei.

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Die FU kam nun zu dem Schluss, dass es in der Dissertation zwar Mängel gebe, dass das Gesamtbild der festgestellten Mängel die Entziehung des Doktorgrades aber nicht rechtfertige. Die Ministerin hatte ein bewusstes Plagiat immer zurückgewiesen und gesagt, sie habe die Doktorarbeit nach bestem Wissen und Gewissen verfasst.

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Franziska Giffey darf ihren Doktortitel behalten
1:03 min
Monatelang hat die Freie Universtität Berlin die Doktorarbeit der Familienministerin geprüft. Nun ist klar, Franziska Giffey kann ihren Titel behalten.  © dpa

Die SPD-Politikerin hatte von 2005 bis 2009 im Bereich Politikwissenschaft am Otto-Suhr-Institut der Freien Universität Berlin promoviert. Ihre Arbeit verfasste sie zum Thema "Europas Weg zum Bürger – Die Politik der Europäischen Kommission zur Beteiligung der Zivilgesellschaft". Giffey untersuchte dabei auch die Lage im Berliner Bezirk Neukölln, wo sie später Bezirksbürgermeisterin war.

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In wissenschaftlichen Arbeiten, wie Doktorarbeiten, greifen Autoren immer auch auf vorangegangene Veröffentlichungen anderer Wissenschaftler zum gleichen Thema zurück. Deren Aussagen müssen aber im Text korrekt als fremde Quelle zitiert und in einem Literaturverzeichnis ausgewiesen werden. Bei einem Plagiatsverdacht geht es darum, ob der Autor diese fremden Texte zum Teil oder ganz zu seinen eigenen macht und nicht ausreichend als Fremdquelle ausweist.

Giffey kann damit auch Familienministerin bleiben. Sie hatte für den Fall einer Aberkennung des Titels angekündigt, zurücktreten zu wollen. Wegen des schwebenden Verfahrens hatte sie zudem auf eine Kandidatur für den SPD-Vorsitz verzichtet, obwohl ihr gute Chancen eingeräumt wurden.

Die Ministerin reagierte Mittwochabend erleichtert. "Die Freie Universität Berlin hat heute das Verfahren zur Überprüfung meiner Doktorarbeit abgeschlossen. Im Ergebnis wurde bestätigt, dass ich den Doktortitel zu Recht führe", so Giffey in einem Pressestatement. "Ich danke dem vom Promotionsausschuss der FU eingesetzten Gremium für die eingehende Befassung mit meiner Dissertation." Mit der Entscheidung des Präsidiums sei nun Klarheit geschaffen worden. "Meine Arbeit als Bundesfamilienministerin setze ich weiter mit großem Engagement und viel Freude fort."

Der stellvertretende SPD-Vorsitzende Ralf Stegner hat die Entscheidung der Freien Universität Berlin (FU) begrüßt. "Ich freue mich für unsere Familienministerin, dass diese leidige Angelegenheit endlich ausgestanden ist und Franziska Giffey mit aller Kraft gute sozialdemokratische Politik für die Familien in unserem Land machen kann", sagte Stegner dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

RND/dpa/cle

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