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Péter Márki-Zay könnte zu Viktor Orbáns Albtraum werden

  • In Ungarn will die Opposition den Regierungschef nach Jahren des erbitterten Streits mit einem gemeinsamen Kandidaten vom Hof jagen.
  • Péter Márki-Zay hätte das Zeug dazu, kommentiert Damir Fras.
  • Er könnte zum Albtraum des amtierenden Ministerpräsidenten Viktor Orbán werden.
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Brüssel. Da ist der Opposition in Ungarn ein echter Coup gelungen. Sechs Parteien, die von linksgrün bis rechtskonservativ das gesamte politische Spektrum abdecken, haben sich auf einen gemeinsamen Kandidaten für die Parlamentswahl im kommenden Frühjahr geeinigt.

Das ist mehr als zu erwarten war nach Jahren des erbitterten Streits in der Opposition, der dem ungarischen Regierungschef Viktor Orbán so sehr gefallen und in die Hände gespielt hat. Nun muss Orbán erstmals seit fast zwölf Jahren fürchten, die Macht zu verlieren.

Die perfekte Mischung

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Sein potenzieller Herausforderer, der 49-jährige Péter Márki-Zay, ist parteilos, konservativ, katholisch, verheiratet und hat sieben Kinder. Er scheint die perfekte Mischung zu sein, um konservative Wählerinnen und Wähler in Ungarn zu gewinnen, die eine Alternative zu dem autokratisch regierenden Orbán suchen, aber Linken und Grünen ihre Stimmen nicht geben wollen.

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Ob die erstmals vereinte Opposition es schaffen wird, Orbán vom Hof zu jagen, ist unsicher. Zwar hat Márki-Zay der Orbán-Partei Fidesz schon einmal ein Amt abgejagt. Das war völlig überraschend. Doch es handelte sich lediglich um das Bürgermeisteramt in einer Kleinstadt. Eine Parlamentswahl zu gewinnen, das ist eine andere Geschichte.

Zumal in Ungarn, das Orbán im vergangenen Jahrzehnt zu einem Staat umgebaut hat, der keine liberale Demokratie mehr ist. Die Medien sind weitgehend gleichgeschaltet. Es herrscht Vetternwirtschaft. Orbán versorgt den Staat, vor allem aber seine Günstlinge mit EU-Geld, will aber EU-Regeln nicht befolgen. Márki-Zay liegt nicht falsch, wenn er von einer „korrupten Diktatur“ spricht.

Im Orbán-Staat Ungarn schien ein demokratischer Machtwechsel schon gar nicht mehr denkbar. Das könnte sich in ein paar Monaten grundlegend ändern. Péter Márki-Zay könnte zu Viktor Orbáns schlimmstem Albtraum werden.

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