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UN prangern Folter in Venezuela an

Regierungsnahe Schlägertrupps und Folter von Gefangenen – die oberste Menschenrechtswächterin der Vereinten Nationen prangert die Verhältnisse in Venezuela an. Der Vize-Außenminister des Landes sagt: Bis auf „gelegentliche Exzesse“ machten die Sicherheitskräfte alles richtig.

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Genf. Die oberste Menschenrechtswächterin der Vereinten Nationen hat Folter in Venezuela angeprangert. In den Internierungslagern mit willkürliche Verhafteten geben es Anzeichen für systematische Folter, sagte die UN-Hochkommissarin für Menschenrechte, Michelle Bachelet, am Freitag vor dem UN-Menschenrechtsrat in Genf.

Der venezolanische Vize-Außenminister William Castillo wies alle Vorwürfe zurück. „In Venezuela gibt es keine humanitäre Krise“, sagte er vor dem Rat mit 47 Mitgliedsländern, der die Einhaltung der Menschenrechte weltweit überwachen soll. Es gebe Probleme, räumte er ein, die seien aber eine Folge der US-Sanktionen. Abgesehen von „gelegentlichen Exzessen“ sei den Sicherheitskräften nichts vorzuwerfen, sagte er nach der englischen Übersetzung.

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66 Tote bei Demonstrationen innerhalb von fünf Monaten

Bachelet hat neben dem Sicherheitskräften auch regierungstreue Schlägertrupps, genannt "colectivos", für Menschenrechtsverletzungen verantwortlich gemacht. Sie seien vor allem bei der Unterdrückung von Demonstrationen im Einsatz. Dabei seien zwischen Januar und Mai dieses Jahres mindestens 66 Menschen ums Leben gekommen. Für 52 Todesfälle machte sie die Sicherheitskräfte oder die Schlägertrupps verantwortlich. Sie warf der Regierung von Präsident Nicolás Maduro vor, politische Gegner zu unterdrücken und zu kriminalisieren.

Der Zusammenbruch der Wirtschaft habe vor Jahren eingesetzt, sei aber durch die Sanktionen verschärft worden, sagte Bachelet. Sieben Millionen Menschen brauchten humanitäre Hilfe, ein Viertel der Bevölkerung. Bachelet forderte die Freilassung aller, die wegen gewaltfreier Opposition festgehalten werden. „Wir sollten uns einig sein, dass alle Venezolaner ein besseres Leben verdienen, ohne Angst und mit ausreichend Essen, Wasser und medizinischer Versorgung.“

In Venezuela sitzen zahlreiche Oppositionelle in Haft, Millionen Venezolaner haben das Land verlassen.

Von RND/dpa/hgw

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