UN: 46.000 Zivilisten starben seit 2009 in Afghanistan

  • Zwischen Januar 2009 und Juni 2019 sind mehr als 46.000 Zivilisten in Afghanistan gestorben.
  • Diese Zahl geht aus einem Bericht der UN-Mission in Afghanistan (Unama) und des UN-Menschenrechtsrats hervor.
  • Frauen und Kinder tragen demnach die größte Bürde des Kriegs.
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Kabul. Bei US-Luftangriffen auf mutmaßliche Drogenlabore im Westen Afghanistans sind 30 Zivilisten ums Leben gekommen. Das geht aus einem gemeinsamen Bericht der UN-Mission in Afghanistan (Unama) und des UN-Menschenrechtsrats hervor. Fünf weitere Menschen seien bei den Angriffen im Mai auf mehr als 60 Orte in den Distrikten Bakwa und Delaram in der Provinz Farah verletzt worden. In vier weiteren Fällen bemühe man sich noch um eine Klärung des Gesundheitszustandes, hieß es. Von den insgesamt 39 Opfern sollen 17 demnach in den Drogenlaboren gearbeitet haben.

Die UN-Mission arbeitet zudem daran, "verlässliche und glaubwürdige Berichte" zu mindestens 37 weiteren zivilen Opfern zu überprüfen. Die Mehrheit der 30 Todesfälle und sieben Verletzten sollen demnach Frauen und Kinder gewesen sein.

Verhandlungen der USA mit den Taliban ausgesetzt

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Obwohl die USA wirtschaftlich bedeutsame Standorte, die zu Kriegsanstrengungen beitragen, als legitime militärische Ziele betrachten, kommt der Bericht zu dem Schluss, dass Drogenlabore und die dort arbeitenden Menschen "nicht rechtmäßig zum Ziel eines Angriffs gemacht werden und geschützt werden sollten".

Nach Unama-Angaben tragen Frauen und Kinder die größte Bürde des Kriegs. Mehr als 46.000 Zivilisten starben demnach zwischen Januar 2009 und Juni 2019. Nach einem Anschlag in Afghanistan Anfang September hat US-Präsident Donald Trump Verhandlungen der USA mit den Taliban ausgesetzt.

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RND/dpa