UN-Menschenrechtskommissarin: Taliban töten und verschleppen ihre Gegner

  • UN-Menschenrechtskommissarin Bachelet wirft den Taliban vor, ihre Gegner zu verschleppen und zu töten.
  • Das sagte die 69-Jährige am Montag vor dem UN-Menschenrechtsrat in Genf.
  • Es gebe glaubwürdige Berichte über eine Reihe von Tötungen afghanischer Sicherheitskräfte.
Anzeige
Anzeige

Genf. Die UN-Hochkommissarin für Menschenrechte, Michelle Bachelet, hat den radikalislamistischen Taliban in Afghanistan schwere Verbrechen zur Last gelegt. Bachelet sagte am Montag vor dem UN-Menschenrechtsrat in Genf, dass ihr glaubwürdige Berichte über eine Reihe von Tötungen ehemaliger Mitglieder der nationalen Sicherheitskräfte Afghanistans durch die Taliban vorlägen.

Zudem seien Mitarbeiter der früheren Regierung tot aufgefunden worden, erklärte Bachelet kurz vor Beginn einer Hilfskonferenz der UN für Afghanistan. Andere frühere Regierungsmitarbeiter und ihre Familienangehörige seien verschleppt worden.

Der Tag Was heute wichtig ist. Lesen Sie den RND-Newsletter "Der Tag".
Anzeige

Taliban suchen bei Razzien nach Gegnern

Zudem beschuldigte Bachelet die Taliban, in systematischen Haus-zu-Haus-Razzien nach ihren Gegnern zu fahnden und Büros von Nichtregierungsorganisationen zu durchsuchen. Die Taliban beschneiden nach Erkenntnissen der Hochkommissarin die Rechte der Mädchen und Frauen und drängen den weiblichen Teil der Bevölkerung aus dem öffentlichen Leben.

Damit hielten sich die Taliban nicht an ihre Beteuerungen und Versprechen, Gegner zu schonen und die Rechte der Mädchen und Frauen zu respektieren, sagte sie. Die Taliban hatten Mitte August die Macht in Afghanistan an sich gerissen. Der UN-Menschenrechtsrat startete in seine 48. Sitzungsperiode. Der Rat mit seinen 47 Mitgliedsländern ist das höchste UN-Gremium zum Schutz der Menschenrechte.

RND/epd

  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen