Trotz frauenfeindlicher Politik

UN fordert EU zur Fortsetzung von Afghanistan-Hilfe auf

Eine Mitarbeiterin des pakistanischen Gesundheitswesen verabreicht einem jungen Mädchen im Rahmen einer Polio-Imfpkampagne eine Schluckimpfung gegen Polio. (Archivbild)

Eine Mitarbeiterin des pakistanischen Gesundheitswesen verabreicht einem jungen Mädchen im Rahmen einer Polio-Imfpkampagne eine Schluckimpfung gegen Polio. (Archivbild)

Brüssel. Die stellvertretende UN-Generalsekretärin Amina Mohammed hat Deutschland und die anderen EU-Staaten davor gewarnt, wegen der frauenfeindlichen Politik der Taliban in Afghanistan humanitäre Hilfslieferungen zu stoppen. Regierungen müssten den Steuerzahlern erklären, warum man einem Land Geld gebe, das Frauen so diskriminiere, sagte Mohammed der Deutschen Presse-Agentur und anderen internationalen Medien in Brüssel. Die unangenehme Wahrheit sei aber, dass Frauen und Kinder in Afghanistan ohne Hilfe aus dem Ausland sterben würden.

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„Es gibt Temperaturen von minus 30 Grad“, sagte die Vize-Generalsekretärin. „Und es gibt Menschen, die nicht wissen, woher sie ihre nächste Mahlzeit bekommen.“ Ziel der internationalen Gemeinschaft müsse sein, die militant-islamistischen Taliban über Druck in anderen Bereichen zur Rücknahme von diskriminierenden Entscheidungen gegen Frauen oder zumindest zu mehr Ausnahmeregelungen zu bewegen. Als Beispiel nannte sie die weitgehenden Beschäftigungs- und Ausbildungsverbote für Frauen, die auch Tätigkeiten für Hilfsorganisationen einschließen.

EU debattiert über Fortsetzung der Entwicklungshilfe

In Afghanistan sind die Taliban nach dem Abzug der internationalen Truppen seit Sommer 2021 wieder an der Macht. In der EU wird diskutiert, ob weiter Entwicklungshilfe geleistet werden kann. Außenministerin Annalena Baerbock hatte am Montag bei einem EU-Treffen eine harte deutsche Position angekündigt.

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„Wenn Frauen für internationale Organisationen nicht mehr arbeiten können, dann kommt die Hilfe nicht mehr an. Und wir können uns als internationale Gemeinschaft nicht zum Handlanger der Taliban machen mit Blick auf das Arbeitsverbot von Frauen“, sagte die Grünen-Politikerin. „Das bedeutet: Wo Frauen nicht mehr arbeiten dürfen, können auch deutsche Hilfsgüter nicht mehr ankommen.“ Die Taliban nähmen die gesamte afghanische Bevölkerung „in Geiselhaft“.

Frauenrechte stark beschnitten

Die Taliban stehen international vor allem wegen einer massiven Beschneidung von Frauenrechten enorm in der Kritik. So sind Mädchenschulen ab der siebten Klasse in weiten Teilen des Landes geschlossen. Der Besuch von Universitäten ist seit Dezember für Frauen ebenfalls tabu. Im November mussten Parks und Fitnessstudios ihre Pforten für Frauen schließen. Ende Dezember wurde Frauen verboten, für Nichtregierungsorganisationen zu arbeiten.

RND/dpa

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