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UN fordern von Griechen die Evakuierung von Flüchtlingen aus Lagern

  • Die UN haben von Griechenland eine schnelle Überführung von Tausenden Asylbewerbern aus überfüllten Lagern in andere Zentren verlangt.
  • Etwa 30.000 Flüchtlinge harren auf den griechischen Inseln Lesbos, Samos und Kos aus.
  • In diesem Jahr sind bei der Flucht über das Mittelmeer annähernd tausend Menschen ums Leben gekommen.
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Genf. Die UN haben von Griechenland eine schnelle Überführung von Tausenden Asylbewerbern aus überfüllten Lagern in andere Zentren verlangt. Etwa 30.000 Flüchtlinge harrten unter unmenschlichen Bedingungen auf den griechischen Inseln Lesbos, Samos und Kos aus, sagte die Sprecherin des Flüchtlingshilfswerks UNHCR, Liz Throssell, am Dienstag in Genf. Griechenland müsse neue und sichere Camps für die Menschen auf dem Festland bereitstellen.

Im September seien fast 10.300 weitere Flüchtlinge auf den Inseln angekommen. Das sei die höchste Monatszahl seit 2016. Die meisten stammten aus den Konfliktländern Afghanistan und Syrien. Besonders beunruhigend ist laut der UNHCR-Sprecherin die humanitäre Lage für 4.400 unbegleitete Kinder in den Insel-Lagern.

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Die Bewohner der Camps haben demnach nicht genug Toiletten, Trinkwasser und Medizin. In dem Lager Moria auf Lesbos seien 12.600 Menschen zusammengepfercht, damit sei Moria fünffach überbelegt. Nach dem Brand am Sonntag mit mindestens einer Toten und mehreren Verletzten sowie anschließenden Ausschreitungen herrschten in Moria weiter starke Spannungen.

Auch die Hilfsorganisation "Ärzte ohne Grenzen" berichtete von einer anhaltend kritischen Situation in dem Lager Moria. Es gebe seit Sonntag immer wieder Proteste. In einem Lager auf Samos sind laut UNHCR 5.500 Menschen untergebracht, das sei eine achtfache Überbelegung.

Ein Lager auf Kos, das für 700 Menschen ausgelegt sei, beherberge 3.000 Menschen. Laut dem UNHCR überquerten in diesem Jahr mehr als 77.000 Bootsflüchtlinge das Mittelmeer und erreichten Europa, 45.600 davon seien in Griechenland angekommen.

In diesem Jahr sind bei der Flucht über das Mittelmeer annähernd tausend Menschen ums Leben gekommen. Die Zahl könnte sogar bereits überschritten sein, berichtete die UN-Organisation für Migration (IOM) am Dienstag in Genf. In ihrem "Missing Migrants Projekt" führte sie für dieses Jahr 994 verifizierte Todesfälle auf, fast zwei Drittel davon auf der Route zwischen Nordafrika und Italien. Sie untersuche noch Berichte über ein Unglück vor der marokkanischen Küste am Wochenende. Dabei könnten 40 Migranten umgekommen sein.

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Seit Anfang 2014 seien mindestens 15.000 Menschen bei der versuchten Flucht über das Mittelmeer ums Leben gekommen. 2019 werde das sechste Jahr in Folge mit mehr als 1000 Toten sein, berichtete die IOM. Im vergangenen Jahr seien bis zum 1. Oktober 1890 Menschen dort ums Leben gekommen. "Dieses Blutbad im Meer schmerzt uns alle, es beschämt uns auch", sagte IOM-Sprecher Leonard Doyle.

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RND/cle/dpa/epd

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