Umweltstaatssekretär: Einsicht für mehr Klimaschutz wächst

Umweltstaatssekretär Jochen Flasbarth (Archivfoto)

Umweltstaatssekretär Jochen Flasbarth (Archivfoto)

Berlin. Nach Einschätzung von Umweltstaatssekretär Jochen Flasbarth ist in den vergangenen Wochen die Erkenntnis gestiegen, dass beim Klimaschutz mehr unternommen werden muss. Flasbarth nannte unter anderem das Urteil des Bundesverfassungsgerichtes für konkretere Klimaziele vom 29. April als einen Grund.

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Auch angesichts der dramatischen Unwetter in Deutschland und anderswo in der Welt reife die Erkenntnis, dass der Klimaschutz mit viel höherer Geschwindigkeit hätte vorangetrieben werden müssen, sagte Flasbarth am Freitag im ARD-„Morgenmagazin“.

Flasbarth bemängelte einen mangelnden Rückhalt für den Klimaschutz in der Vergangenheit. „Es ist eher so, dass wir nicht immer die Unterstützung hatten. Die Kanzlerin hat das ja auch von sich selber gesagt. Das gilt mehr noch für andere Ministerien. Ich hätte mir gewünscht, wir hätten früher schon so viele Freunde gehabt. Dann wären wir beim Klimaschutz auch schon einen Schritt weiter.“

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Kanzlerin räumte Versäumnisse beim Klimaschutz ein

Jetzt gelte es aber, nach vorne zu schauen, betonte der Umweltstaatssekretär. Mit seinem Ziel, schon im Jahr 2045 klimaneutral zu sein, stehe Deutschland weltweit vorn.

Kanzlerin Angela Merkel hatte am Donnerstag Versäumnisse beim Klimaschutz eingeräumt. Gemessen an dem Ziel, die Erderwärmung auf möglichst nah an 1,5 Grad Celsius zu begrenzen, sei nicht ausreichend viel passiert. Das gelte nicht nur für Deutschland, sondern für sehr viele Länder weltweit. „Und deshalb muss das Tempo angezogen werden“, machte die CDU-Politikerin auf ihrer Sommerpressekonferenz deutlich. Bezogen auf sich selbst sagte sie: „Ich bin der Meinung, dass ich sehr viel Kraft für den Klimaschutz aufgewandt habe.“

An diesem Freitag will das Bündnis Fridays for Future bundesweit für mehr Klimaschutz und Konsequenzen aus der jüngsten Hochwasserkatastrophe demonstrieren.

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Umfrage: Mehrheit für mehr Klimaschutz

Einer aktuellen Umfrage zufolge sieht eine Mehrheit der Deutschen vor dem Hintergrund der Hochwasserkatastrophe die dringende Notwendigkeit, mehr für den Klimaschutz zu tun. Laut dem Deutschlandtrend im ARD-„Morgenmagazin“ (Freitag) erklärten 38 Prozent der Befragten, es gebe einen sehr großen Handlungsbedarf beim Klimaschutz, wie der Westdeutsche Rundfunk (WDR) in Köln mitteilte. Weitere 43 Prozent der Befragten konstatierten einen großen Handlungsbedarf beim Klimaschutz.

Diese Einschätzung verbinde junge wie alte Bürgerinnen und Bürger in West- und Ostdeutschland gleichermaßen, hieß es. Der hohe Handlungsbedarf wird von Anhängern aller Parteien anerkannt, lediglich bei den Unterstützern der AfD findet diese Einschätzung keine Mehrheit.

Laut dem WDR hat sich die Einschätzung der Menschen im Vergleich zu Oktober 2019 aber nicht verändert. Kurz nach Verabschiedung des Klimapakets der Bundesregierung hatten die Deutschen den Handlungsbedarf schon genauso hoch eingeschätzt wie jetzt.

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Für den Deutschlandtrend hatte Infratest Dimap im Auftrag der ARD Bürgerinnen und Bürger per Telefon oder online interviewt. Befragt wurden fast 1200 wahlberechtigte Personen in Deutschland.

RND/epd/dpa

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