Umstrittener Artikel gegen Sawsan Chebli: Dorothee Bär verlässt Ludwig-Erhard-Stiftung
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Dorothee Bär 2020-09-23, Berlin, Deutschland - Bundespressekonferenz: Bundesregierung, Telekom und SAP ziehen Bilanz angesichts 100 Tage Corona-Warn-App. Im Bild v.l.: Dorothee Bär CSU, Staatsministerin für Digitales. *** Dorothee Bär 2020 09 23, Berlin, Germany Federal Press Conference Federal Government, Telekom and SAP take stock of 100 days of Corona Warn App In picture v l Dorothee Bär CSU , Minister of State for Digital Affairs
© Quelle: imago images/Jürgen Heinrich
Berlin. Die Staatsministerin für Digitales, Dorothee Bär (CSU), hat ihre Mitgliedschaft in der Ludwig-Erhard-Stiftung aus Protest gegen den Vorsitzenden Roland Tichy gekündigt. “Grund für diese Entscheidung ist eine Publikation in dem Magazin “Tichys Einblick”, die frauenverachtende und in höchstem Ausmaß sexistische Äußerungen gegenüber meiner Kollegin Sawsan Chebli enthält”, sagte Bär dem “Handelsblatt”.
In dem Magazin heißt es über die SPD-Politikerin Chebli, die sich im selben Berliner Wahlkreis wie der amtierende Berliner Bürgermeister Michael Müller (SPD) um eine Bundestagskandidatur bemüht: "Was spricht für Sawsan?(...) Befreundete Journalistinnen haben bislang nur den G-Punkt als Pluspunkt feststellen können in der Spezialdemokratischen Partei der alten Männer."
Bär: “Zeigt eine Geisteshaltung, die nicht akzeptiere”
"Derartige Ausfälle sind unerträglich und mit den Zielen der Stiftung absolut unvereinbar", erklärte Staatsministerin Bär ihren Austritt. Ludwig Erhards Ansinnen wäre heute sicher nicht die Herabwürdigung von Frauen, sondern das Fördern weiblicher Karrieren. "Sofern die Stiftung einen Vorsitzenden hat, unter dessen Federführung solche Texte veröffentlicht werden, kann und will ich sie nicht weiter unterstützen. Es zeigt eine gesellschaftspolitische Geisteshaltung, die ich nicht akzeptiere."
Chebli bedankte sich via Twitter bei Bär für deren "klare Haltung" und schrieb: "Wir dürfen nicht länger Sexismus hinnehmen. Wir brauchen aber auch die Männer, die mit uns an einem Strang ziehen."
RND/dpa
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