Umfrage: Vier von fünf Unternehmern unzufrieden mit der GroKo

  • Die Stimmung unter Deutschlands Unternehmen ist schlecht.
  • Laut einer Umfrage des Wirtschaftsverbandes „Die Familienunternehmer“ sind 79 Prozent der Firmeninhaber unzufrieden mit der Wirtschaftspolitik der großen Koalition.
  • Bundeskanzlerin Angela Merkel muss sich bei ihrem Auftritt im Rahmen der „Familienunternehmertage“ auf Kritik einstellen.
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Berlin. Vier von fünf Unternehmer (79 Prozent) sind unzufrieden mit der Wirtschaftspolitik der großen Koalition. Das hat eine Umfrage unter fast 1200 Mitgliedern der Wirtschaftsverbände „Die Familienunternehmer“ und „Die Jungen Unternehmer“ ergeben. Vor vier Jahren hatte der Wert der unzufriedenen Unternehmer noch bei 61 Prozent gelegen.

Vor allem steigende Sozialbeiträge, die Reform des Teilzeit- und Befristungsgesetzes sowie die EEG-Reformen hätten die Wettbewerbsfähigkeit ihrer Betriebe verschlechtert, gaben die Befragten an. 32 Prozent von ihnen hätten sich stattdessen eine Flexibilisierung des Arbeitsmarktes gewünscht. 31 Prozent hätten es wichtig gefunden, die Lohnzusatzkosten zu bremsen.

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Unter die Top fünf der Maßnahmen, mit denen die große Koalition die Wettbewerbsfähigkeit der Familienunternehmen am meisten verbessert hätte, gehören auch der Breitbandausbau (24 Prozent), eine zügige Digitalisierung der Verwaltung (23 Prozent) sowie ein Stopp des politischen Kostenanstiegs bei den Energiepreisen (21 Prozent).

„Seit über einem Jahr beschäftigt sich die Koalition vor allem mit Corona-Hilfen für die von ihr geschlossenen Unternehmen. Aber Rettungspolitik ist noch lange keine Wirtschaftspolitik“, sagte Reinhold von Eben-Worlée, Präsident des Verbands „Die Familienunternehmer“, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

„Vieles hat die große Koalition versäumt, um die internationale Leistungsfähigkeit zu verbessern. Vieles haben Union und SPD umgesetzt, das der Wettbewerbsfähigkeit direkt schadet. Das Ergebnis: Die internationale Fähigkeit, im Wettbewerb zu bestehen, hat sich in den letzten vier Jahren massiv verschlechtert“, so Eben-Worlée weiter. „Unser Land ist derzeit für die Zukunft nicht gut aufgestellt.“

An diesem Donnerstag und Freitag finden die „Familienunternehmertage“ statt, in diesem Jahr rein virtuell. Dabei werden auch Bundeskanzlerin Angela Merkel sowie die Kanzlerkandidaten Armin Laschet (CDU) und Annalena Baerbock (Grüne) erwartet.

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