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Repräsentative Umfrage

Wähler treffen vermehrt Last-Minute-Entscheidungen

Wahlplakate von Grünen, CDU, SPD und FDP (von links nach rechts) stehen auf einer Wiese in Düsseldorf. In Nordrhein-Westfalen ist am 15. Mai 2022 Landtagswahl.

Berlin.Viele Wählerinnen und Wähler in Deutschland entscheiden sich erst kurz vor einer Wahl für eine Partei und einen Kandidaten. Zu diesem Ergebnis kommt eine bislang unveröffentlichte Wahlanalyse der Meinungsforschungsagentur Pollytix nach der Bundestagswahl 2021, die dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) exklusiv vorliegt. Die Agentur befragte dafür nach der Wahl bundesweit mehr als 26.000 Wahlberechtigte.

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Jeder Zweite traf seine Entscheidung laut der repräsentativen Erhebung erst in der heißen Wahlkampfphase in den letzten vier Wochen vor der Wahl. 14 Prozent entschieden sich demnach erst bis zu eine Woche vor der Wahl und weitere 9 Prozent trafen ihre Wahlentscheidung erst am Tag der Stimmabgabe selbst.

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Noch größer ist dieser Anteil, wenn nur die Urnenwählerinnen und -wähler in den Blick genommen und die Briefwählerinnen und - wähler herausgerechnet werden: Ganze 18 Prozent der Urnenwählerinnen und -wähler trafen ihre Entscheidung der Umfrage zufolge am Wahltag – und davon mehr als die Hälfte erst in der Wahlkabine.

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Junge Wählerinnen und Wähler entscheiden sich kurzfristig

Besonders junge Wählerinnen und Wähler entscheiden sich demnach erst kurz vor knapp: 20 Prozent der 18- bis 34-Jährigen trafen die Wahlentscheidung bis zu eine Woche vor der Wahl und 14 Prozent erst am Tag der Stimmabgabe. Die über 65-Jährigen legten sich dagegen durchschnittlich am frühesten fest.

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„Spätentscheider gab es auch früher schon, allerdings beobachten wir schon seit Längerem, dass langfristige Parteibindungen abnehmen und somit immer weniger Menschen ‚sicher‘ eine Partei wählen“, sagte Pollytix-Geschäftsführer Rainer Faus dem RND.

Zudem fokussierten sich Wählerinnen und Wähler zunehmend später auf eine anstehende Wahl, was auch mit der „zersplitterten Medienlandschaft und dem veränderten Informationsverhalten“ zusammenhänge.

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Für die anstehende Wahl dürfte Ähnliches gelten, in manch aktueller Umfrage wird ja auch ausgewiesen, dass noch mehr als ein Drittel der Wählerinnen und Wähler unentschlossen ist“, sagte Faus mit Blick auf die Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen. Vor allem bei Landtagswahlen habe es in den vergangenen Jahren eine massive Volatilität im Vorfeld der Wahlen gegeben, erklärte der Meinungsforscher. Parteien hätten kurzfristig einige Prozentpunkte aufgeholt oder verloren.

Eine Vorhersage des Wahlausgangs in Nordrhein-Westfalen ist auch angesichts dieser Erkenntnisse wenige Tage vor der Wahl kaum möglich. In den letzten Umfragen lag die regierende CDU lediglich ein bis 2 Prozent vor der oppositionellen SPD. Das Wahlergebnis am Sonntag wird auch mit Blick auf seine bundespolitischen Auswirkungen mit Spannung erwartet.

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