Umfrage: Viele sehen kaum Verbesserungen bei Meinungsfreiheit

  • Rund 30 Jahre nach dem Mauerfall sehen laut einer Umfrage viele Ost- und Westdeutsche kaum Fortschritte bei der Meinungsfreiheit.
  • Ebenso skeptisch beurteilen viele die Chancen der demokratischen Mitbestimmung.
  • Und einen Aspekt sehen vor allem die Ostdeutschen besonders kritisch.
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Halle. Fast jeder zweite Deutsche sieht einer Umfrage zufolge seit Mauerfall und Wiedervereinigung kaum Verbesserungen bei Meinungsfreiheit und demokratischer Mitbestimmung. Jeweils 46 Prozent der befragten Ost- und Westdeutschen erklärten, die Möglichkeiten der freien Meinungsäußerung hätten sich kaum verändert oder sogar verschlechtert, wie eine Umfrage von Infratest dimap für MDR Aktuell in Halle zum 30. Jahrestag des Mauerfalls ergab. Genauso viele Befragte beurteilten die Chancen der demokratischen Mitbestimmung skeptisch. Deutlich positiver bewertet wurden die Chancen für den Einzelnen und seine Selbstverwirklichung. Knapp drei Viertel im Osten und über 60 Prozent im Westen konstatierten Verbesserungen.

Einen Punkt sehen viele Ostdeutsche besonders kritisch

Besonders kritisch sehen die Ostdeutschen den Angaben zufolge die Entwicklung des gesellschaftlichen Zusammenhalts. Nach Ansicht von 57 Prozent hat er sich in den vergangenen 30 Jahren verschlechtert. Für 23 Prozent der Befragten hat sich kaum etwas geändert. Neun von zehn Ostdeutschen vertraten die Ansicht, die DDR-Gesellschaft habe in einigen oder vielen Bereichen Vorteile gehabt. Dennoch wünscht sich kaum jemand die DDR zurück. 88 Prozent beantworteten diese Frage mit "Nein".

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42 Prozent der Ostdeutschen gaben an, sie fühlten sich bis heute als Bürger zweiter Klasse. Drei Viertel glauben, dass die Angleichung der Wirtschafts- und Lebensverhältnisse ans Westniveau noch mehr als zehn Jahre dauern wird. Für die Studie hatte Infratest dimap den Angaben zufolge in der letzten Oktoberwoche jeweils rund 500 Ost- und Westdeutsche per Zufallsauswahl in Telefoninterviews befragt.

RND/epd

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