Umfrage: FDP droht in Hamburg aus der Bürgerschaft zu fliegen

  • Nach den Ereignissen von Thüringen haben viele mit Spannung darauf gewartet, wie die Auswirkungen auf die Umfragewerte der FDP sein würden.
  • Ein ZDF-Politbarometer zeigt jetzt: Mit dem Wiedereinzug in die Hamburger Bürgerschaft kann es für die FDP eng werden.
  • Doch die Zahlen sprechen keine eindeutige Sprache.
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Hamburg. Bei der Bürgerschaftswahl in Hamburg würde die FDP einer aktuellen Umfrage zufolge nicht den Wiedereinzug in das Landesparlament schaffen. Ein am Freitag veröffentlichtes ZDF-Politbarometer sieht die Freidemokraten in der Hansestadt bei der Sonntagsfrage nur noch bei 4,5 Prozent. Die FDP ist vor fünf Jahren mit 7,4 Prozent in die Hamburger Bürgerschaft eingezogen.

Gleichzeitig zeigt das Politbarometer, dass Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) deutlich vor den Grünen mit Katharina Fegebank liegt: Die SPD käme auf 37 Prozent, die Grünen auf 25 Prozent. Die CDU würde 13 Prozent erreichen, die Linken 8 Prozent, die AfD 7 Prozent. In Hamburg wird am 23. Februar eine neue Bürgerschaft gewählt. Die Umfrage wurde vom 11. bis 13. Februar 2020 unter 1128 zufällig ausgewählten Wahlberechtigten in Hamburg telefonisch erhoben.

Das Beben von Thüringen

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Gerade mit Blick auf die FDP waren Umfragen zur Hamburg-Wahl mit Spannung erwartet worden. Der FDP-Politiker Thomas Kemmerich war am Mittwoch vor einer Woche mit Stimmen von CDU und AfD zum Ministerpräsidenten von Thüringen gewählt worden - und hatte die Wahl auch angenommen. Nach großen öffentlichen Protesten trat er von diesem Amt wieder zurück.

FDP-Chef Christian Lindner war eigens nach Erfurt gefahren, um ihn von diesem Schritt zu überzeugen. Viele - auch in der FDP - sind aber auch mit Lindners Umgang mit den Vorgängen in Thüringen unzufrieden. Er räumt selbst ein, dass sein erstes Statement nach der Wahl Kemmerichs "klarer" hätte formuliert sein können.

Gut eine Woche nach der Wahl Kemmerichs zum Ministerpräsidenten hat der Bundestag in einer emotionalen Debatte über das Thema diskutiert. Hier gab es eindeutige Worte von Lindner. Er entschuldigte sich für die Vorgänge rund um die Wahl. "Wir sind beschämt", weil man der AfD ermöglicht habe, die FDP und darüber hinaus die Demokratie zu verhöhnen, sagte Lindner in einer Aktuellen Stunde des Bundestags. "Dafür entschuldige ich mich namens der Freien Demokraten", sagte Lindner.

Das Umfragenbild für die FDP in Hamburg ist nicht eindeutig: Eine am Donnerstag veröffentlichte Umfrage von Infratest dimap für die ARD-"Tagesthemen" hatte die FDP bei 5 Prozent gesehen. Die Sozialdemokraten kämen auf 38 Prozent. Die Grünen wären mit 23 Prozent immer noch zweitstärkste Kraft in Hamburg. Die CDU würde auf 14 Prozent der Stimmen kommen. Die Linke würde 8 Prozent schaffen, die AfD 6 Prozent.

RND/pet/dpa



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