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Gang zum Amt: Drei Viertel der Deutschen wünschen sich mehr digitale Angebote

  • Laut einer Umfrage des Digitalverbandes Bitkom wünschen sich drei Viertel der Deutschen mehr digitale Angebote.
  • Vor allem die langen Wartezeiten bei Behörden und Ämtern verärgert die Bürger.
  • Skeptisch sind die Befragten allerdings, ob die Digitalisierung der Behörden tatsächlich gelingt.
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Berlin. Die Menschen in Deutschland wollen mehrheitlich nicht mehr zum Amt laufen müssen, sondern Verwaltungsangelegenheiten online erledigen können. Das ist das zentrale Ergebnis einer repräsentativen Meinungsumfrage, die am Dienstag vom Digitalverband Bitkom veröffentlicht wurde. Drei Viertel der Befragten (77 Prozent) sagten, sie möchten gerne in einer Stadt oder Gemeinde mit vielen digitalen Angeboten leben. Vier von fünf Befragten (86 Prozent) fordern von ihrer Stadtverwaltung, die Digitalisierung mit mehr Nachdruck zu verfolgen.

„Ein Gang zum Amt kostet die Bürger im Durchschnitt rund drei Stunden Zeit“, sagte Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder. Das sei viel zu viel, insbesondere für Berufstätige. „Viele Menschen müssen sich Urlaub nehmen, nur um aufs Amt gehen.“

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Bürger sind skeptisch bei der Umsetzung

Ob den Verwaltungen aber eine umfassende Digitalisierung gelingen wird, sehen viele Bürgerinnen und Bürger skeptisch. Drei von fünf Befragten (62 Prozent) stufen ihren Wohnort sogar als digital rückständig ein. Nur etwas mehr als ein Drittel (36 Prozent) bewertet den Digitalisierungsgrad seiner Gemeinde als fortgeschritten.

Die Mehrheit der Befragten glaubt auch nicht, dass sich die Verhältnisse in absehbarer Zeit ändern werden. Dabei sollen nach den Bestimmungen des sogenannten Onlinezugangsgesetzes bis Ende 2022 rund 600 Verwaltungsleistungen online angeboten werden. Nach Angaben des Bitkom wurden 300 davon bereits in einigen Regionen umgesetzt, aber nur rund 100 bundesweit. In der Umfrage äußern zwei Drittel der Befragten (64 Prozent) die Befürchtung, dass die fristgerechte Umsetzung des Gesetzes nicht gelingen wird. „Dem schließen wir uns als Bitkom an“, sagte Rohleder. „Es müsste ein Wunder passieren, wenn das noch gelingen sollte.“

Automatische Zustellung der Geburtsurkunde

Schwerpunkt einer Digitalisierung in der Verwaltung könnten nach den Vorstellungen des Bitkom Dienstleistungen für junge Familien sein. „Warum muss man in Deutschland die Ausstellung einer Geburtsurkunde beantragen?“, fragte Rohleder. „Das Amt weiß, dass ein junger Mensch geboren ist und kennt auch die Zustelladresse der Eltern.“ Daher sollte die Geburtsurkunde automatisch - am besten auf dem digitalen Weg - kurz nach der Geburt zugestellt werden, so wie dies in Dänemark bereits möglich sei. In der Umfrage hätten sich auch fast alle Befragten für ein zentrales Anmeldeportal für Kitas und Schulen ausgesprochen, statt sich analog bei vielen Kitas und Schulen parallel anmelden zu müssen.

RND/dpa

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