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Ukraine und Kasachstan: Putin im Dilemma

2. Januar 2022: Ein ukrainischer Soldat geht an der Frontlinie zu prorussischen Rebellen in der Region Donezk auf einem Feld entlang.

Brüssel. Mehr als 13.000 Menschen­leben hat der kriegerische Konflikt im Osten der Ukraine in den vergangenen acht Jahren gekostet. Und es wird noch mehr Tote geben, sollte Russland in den Donbass einmarschieren.

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Diese Gefahr ist nicht eingebildet. Sie ist real. Zehntausende von Soldaten hat Russlands Präsident Wladimir Putin an der Grenze zur Ukraine aufmarschieren lassen. Das kann sich in Windeseile zu einem Krieg auswachsen.

Immerhin ist die internationale Diplomatie in Schwung gekommen. Nächste Woche berät zum ersten Mal seit langer Zeit wieder der Nato-Russland-Rat über die Krise. Die Amerikaner setzen sich in Genf mit den Russen an einen Tisch. Zeitgleich werden die Ukrainer bei der Nato vorstellig.

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Ob daraus eine Perspektive für eine friedliche Lösung des Konflikts entsteht, ist völlig offen. Putins Ehrgeiz, 30 Jahre nach dem Ende der Sowjetunion die Einfluss­sphäre Russlands auszuweiten, wirkt zwar wie aus der Zeit gefallen. Die Zeiten Jaltas, sagt EU-Chefdiplomat Josep Borrell, seien vorbei. Er hat Recht damit. Die Großmächte können nicht mehr eigenmächtig und unwidersprochen Interessen­sphären definieren wie gegen Ende des Zweiten Weltkriegs.

Doch Putin schert sich darum nicht. Das zeigt die russische Militär­intervention zugunsten des autoritären Präsidenten von Kasachstan. In dem südöstlichen Nachbar­staat Russlands will der Kreml seinen Einfluss ebenso ausbauen wie in der Ukraine. Putin hat die Unruhen in Kasachstan eiskalt genutzt, um diesem Ziel näher zu kommen.

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Mittelfristig könnte dieses Vorgehen Putin in ein strategisches Dilemma bringen. Sollten die Unruhen in Kasachstan eine reform­orientierte Regierung hervorbringen, wäre Putin womöglich gezwungen, den Druck von der Ukraine zu nehmen, um sich Zentralasien zuzuwenden. Dann wäre ein Krieg im Donbass zwar immer noch nicht ausgeschlossen. Aber er wäre wenigstens aufgeschoben – und ein eingefrorener Konflikt ist nicht gut, aber besser als ein heißer Krieg.

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