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Selenskyj: „Ihr werdet frei sein“

Angriff auf Lwiw – Neue Fluchtkorridore geplant

Eine Rauchwolke steigt nach einer Explosion am 18. März 2022 auf. Am Flughafen der westukrainischen Großstadt Lwiw (Lemberg) haben sich am Morgen heftige Explosionen ereignet. Dort seien mehrere russische Raketen eingeschlagen, teilte Bürgermeister Sadowij auf Telegram mit.

Kiew. Am Flughafen der westukrainischen Großstadt Lwiw (Lemberg) sind am Freitagmorgen mehrere russische Raketen eingeschlagen. Bei einem Telefonat mit Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) beklagte der russische Präsident Wladimir Putin derweil angebliche Kriegsverbrechen der ukrainischen Armee. Es habe zahlreiche Todesopfer beim Beschuss von Wohnvierteln in den Städten Donezk und Makijiwka gegeben.

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Laut ukrainischen Angaben sind für Freitag neun neue Fluchtkorridore zur Evakuierung von Zivilisten aus umkämpften Gebieten geplant. Nach Angaben der ukrainischen Staatsführung halten die Streitkräfte mehr als drei Wochen nach Beginn des russischen Angriffskriegs weiter die wichtigsten Gebiete, in die Russlands Armee vorzudringen versucht.

Putin feiert Propaganda-Party in Moskau

Für Russland ist am Freitag der achte Jahrestag der Annexion der Krim. Während in der Ukraine Millionen Menschen um ihr Leben kämpfen, feiert Russlands Präsident Wladimir Putin eine Propaganda-Party in Moskau. Vor Zehntausenden jubelnden Russen im Luschniki-Stadion lobte der Kremlchef die „militärische Spezial-Operation“ in der Ukraine als „heldenhaften“ Einsatz der russischen Armee. Es würden alle Pläne umgesetzt, sagte Putin mit Blick auf den Krieg in dem Nachbarland.

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Erfolge und Schwächen Putins Armee

Sowohl die Ukraine als auch Russland berichteten von militärischen Erfolgen. Die Truppen antworteten auf jeden Angriff russischer Einheiten, sagte Präsident Wolodymyr Selenskyj in einer in der Nacht zu Freitag auf Telegram veröffentlichen Videobotschaft. Bei einem Angriff auf ein Kiewer Wohnviertel ist nach Angaben von Bürgermeister Vitali Klitschko ein Mensch gestorben, 19 wurden verletzt. Am Flughafen Lwiw ist nach ukrainischen Angaben ein Flugzeugreparaturwerk zerstört worden, Opfer gab es zunächst nicht.

Die russische Armee berichtete, dass sie 90 Prozent des ostukrainischen Verwaltungsgebiets Luhansk unter Kontrolle gebracht habe. Die selbst ernannten Volksrepubliken Luhansk und Donezk werden seit 2014 von Russland unterstützt und ausgerüstet. Das von ihnen kontrollierte Territorium umfasste vor dem russischen Angriff vom 24. Februar nur einen Teil der ukrainischen Verwaltungsgebiete Luhansk und Donezk. Die Separatisten beanspruchen diese größeren Gebiete - deren Eroberung ist eines der Kriegsziele Moskaus.

Lwiw nach dem Raketenangriff: „Es wird versucht, das normale Leben weiterzuleben“

Der Journalist Iván Furlan Cano ist in Lwiw unterwegs. Am frühen Freitagmorgen erlebt er, wie russische Raketen am Rande der westukranischen Stadt einschlagen.

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Nach Einschätzung der britischen Geheimdienste hat Moskau Probleme, die eigenen Truppen in der Ukraine mit Lebensmitteln oder Benzin zu versorgen, weil Russland keine Kontrolle über den Luftraum habe und sich kaum über unbefestigtes Gelände bewege.

Kanzler Scholz hat nach Angaben der Bundesregierung im Gespräch mit Putin „darauf gedrängt, dass es so schnell wie möglich zu einem Waffenstillstand, zu einer Verbesserung der humanitären Lage und zu Fortschritten bei der Suche nach einer diplomatischen Lösung des Konflikts kommt“. Bei dem Telefonat auf Initiative von Scholz habe Putin erklärt, dass auf russischer Seite alles getan werde, um zivile Opfer zu vermeiden, teilte der Kreml mit.

Selenskyj an belagerte Städte: „Ihr werdet frei sein.“

Aus der von Russland belagerten Hafenstadt Mariupol sollen Menschen ins nordwestlich gelegene Saporischschja fliehen können, sagte Vizeregierungschefin Iryna Wereschtschuk am Vormittag in einer Videobotschaft. Weitere sogenannte Korridore soll es beispielsweise in der nordöstlichen Region Sumy geben, die dann aus verschiedenen Städten ins zentralukrainische Poltawa führen.

17.03.2022: Soldaten der Miliz aus der Separatistenregion Donezk überprüfen Autos während Bürger aus Mariupol versuchen, aus der belagerten Stadt zu fliehen.

17.03.2022: Soldaten der Miliz aus der Separatistenregion Donezk überprüfen Autos während Bürger aus Mariupol versuchen, aus der belagerten Stadt zu fliehen.

Nach Mariupol, wo die Lage besonders dramatisch ist, sei zudem noch immer ein Tanklaster mit Kraftstoff für Privatautos auf dem Weg, sagte Wereschtschuk. In den vergangenen Tagen war Tausenden Zivilisten die Flucht aus Mariupol in eigenen Fahrzeugen gelungen. Viele stecken aber weiter in der Stadt am Asowschen Meer fest. Seit Tagen gibt es dort keinen Strom, kein Wasser und keine Heizung mehr. Hilfskonvois kommen nach Angaben aus Kiew nicht bis zu den Menschen durch.

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„Ich wünschte, sie wären glücklich“: Kinderkrankenhaus in Lwiw kämpft mit Folgen des Kriegs

Der russische Krieg gegen die Ukraine macht eine ausreichende Versorgung der Kinder im Krankenhaus in Lwiw unmöglich.

In Deutschland sind seit Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine nach offiziellen Zahlen bereits fast 200.000 Geflüchtete angekommen. Die tatsächliche Zahl dürfte höher liegen, denn erfasst werden nur Geflüchtete, die von der Bundespolizei angetroffen werden - etwa an der österreichisch-bayerischen Grenze, an Bahnhöfen oder in Zügen.

Selenskyj richtete sich in seiner Videobotschaft auch an die Menschen in Städten wie Mariupol im Süden, Charkiw im Osten und Tschernihiw im Norden, die von russischen Truppen belagert werden und teils schweren Schaden durch die Kämpfe genommen haben. Die Bewohnerinnen und Bewohner würden nicht im Stich gelassen, versicherte der Präsident. Von der Armee bis zur Kirche tue jeder alles für die Menschen. Selenskyj versprach ihnen: „Ihr werdet frei sein.“

Kurz vor seiner Reise nach Katar und in die Vereinigten Arabischen Emirate hat sich Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck optimistisch gezeigt, neue Gaslieferanten für Europa gewinnen zu können. „Wir zielen vor allem darauf, dass wir in Deutschland LNG-Terminals aufbauen - die brauchen neue Verträge und da bin ich guter Dinge, dass die Summe der Gespräche, die wir führen - Norwegen, die USA, Kanada, Katar - dazu führen wird, dass wir dann auch neues, also mehr Flüssiggas nach Europa und auch nach Deutschland bekommen“, sagte der Grünen-Politiker am Freitag im ARD-„Morgenmagazin“. Moralische Einkäufe im Bereich der fossilen Energien gebe es „nicht wirklich“, sagte Habeck.

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Nach zwei Tagen mit etwas geringeren Liefermengen stellte Russland am Freitag wieder in gewohnt hohem Umfang Gas für den Transit durch die Ukraine nach Europa bereit.

RND/dpa/AP/jst

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