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Atomkraftwerke vorsorglich abgeschaltet

Nach erneuten Raketenangriffen: „Überwältigende Mehrheit“ der Ukrainer ohne Strom

Ein Mann kauft in einem mit Kerzen beleuchteten Geschäft in Lwiw ein.

Ein Mann kauft in einem mit Kerzen beleuchteten Geschäft in Lwiw ein.

Kiew. Die seit Wochen andauernden russischen Angriffe auf das ukrainische Energieversorgungsnetz haben am Mittwoch Millionen Menschen im gesamten Land von der Stromversorgung abgeschnitten. Das Energieministerium in Kiew teilt mit, die „überwältigende Mehrheit der Stromverbraucher“ sei betroffen - in der Hauptstadt und dem Großraum Kiew, in Charkiw im Osten und Lwiw im Westen, in den Regionen Tschernihiw, Kirowohrad, Odessa und Chmelnyzkyj ganz oder teilweise.

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Auch das Nachbarland Moldau, seit sowjetischen Zeiten mit dem ukrainischen Stromnetz verbunden, meldete großflächige Ausfälle. Staatspräsidentin Maia Sandu sagte: „Russland hat Moldau in der Dunkelheit gelassen.“ Die Zukunft ihres Landes mit 2,6 Millionen Menschen müsse in der freien Welt liegen. Der russische Botschafter wurde ins Außenministerium bestellt, teilte die Regierung mit.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte schon vor der jüngsten Angriffswelle gesagt, bereits gut die Hälfte des ukrainischen Stromversorgungssystems sei beschädigt. Der Kiewer Bürgermeister Vitali Klitschko teilte mit, eine der Infrastruktureinrichtungen der Hauptstadt sei getroffen worden und es habe mehrere Explosionen in anderen Bezirken gegeben. In ganz Kiew sei die Wasserversorgung ausgefallen. Behördensprecher teilten mit, drei Menschen seien bei einem Einschlag in ein Gebäude getötet und neun verwundet worden.

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Strahlungswerte unverändert

Der staatliche ukrainische Betreiber von Atomkraftwerken, Enerhoatom, teilte mit, die letzten drei voll funktionsfähigen Atomkraftwerke seien als Schutzmaßnahme vom Netz genommen worden. Sie würden wieder Strom liefern, wenn sich das Stromnetz normalisiert habe. Die Strahlungswerte seien unverändert, „alle Indikatoren sind normal“, teilte Enerhoatom auf Telegram mit.

Nach Angaben des Energieministeriums fielen die meisten Heiz- und Wasserkraftwerke am Mittwoch zeitweise aus. Reparaturtrupps seien im Einsatz, „aber angesichts des Ausmaßes des Schadens werden wir Zeit brauchen“. Die ukrainische Luftwaffe teilte mit, Russland habe am Mittwoch 70 Marschflugkörper abgefeuert, von denen 51 abgeschossen worden seien. Auch fünf Drohnen seien abgefangen worden.

Stromnetz in der Ukraine bleibt wohl monatelang störanfällig

Das durch russische Raketentreffer schwer beschädigte Stromnetz der Ukraine dürfte auf Monate hinaus äußerst störanfällig bleiben.

In der Nähe von Saporischschja traf ein Raketenangriff eine Entbindungsstation, ein Neugeborenes wurde nach Angaben von Gouverneur Oleksandr Staruch getötet. Die Mutter und ein Arzt seien lebend aus den Trümmern gezogen worden. Staruch verbreitete Fotos von dichtem Qualm über Trümmerhaufen in Wilnjansk, die von Rettern durchsucht wurden.

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Die US-Regierung teilte mit, sie werde Munition und Generatoren im wert von 400 Millionen Dollar an die Ukraine liefern. Die US-Hilfe für die Ukraine steigt damit auf 19 Milliarden Dollar seit Kriegsbeginn im Februar.

RND/AP

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