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USA warnen eindringlich: Russland könnte zeitnah in die Ukraine einmarschieren – Bericht nennt 16. Februar

Der Nationale Sicherheitsberater von US-Präsident Biden, Jake Sullivan, hat eindringlich vor einem russischen Einmarsch in die Ukraine vor dem 20. Februar gewarnt.

Der Nationale Sicherheitsberater von US-Präsident Biden, Jake Sullivan, hat eindringlich vor einem russischen Einmarsch in die Ukraine vor dem 20. Februar gewarnt.

Washington. Die US-Regierung hält einen russischen Einmarsch in die Ukraine noch vor dem Ende der olympischen Winterspiele in China am 20. Februar für möglich. „Wir sehen weiterhin Anzeichen für eine russische Eskalation, einschließlich neuer Truppen, die an der ukrainischen Grenze eintreffen“, sagte der Nationale Sicherheits­berater von US-Präsident Joe Biden, Jake Sullivan, am Freitag im Weißen Haus. Sullivan machte aber deutlich, dass er damit nicht sagen wolle, dass Putin eine Entscheidung für eine Invasion getroffen habe.

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„Wir befinden uns in einem Zeitfenster, in dem eine Invasion jederzeit beginnen könnte, sollte sich (der russische Präsident) Wladimir Putin dazu entschließen, sie anzuordnen“, sagte Sullivan. „Ich werde mich nicht zu den Einzelheiten unserer Geheim­dienst­informationen äußern. Aber ich möchte klarstellen, dass sie (die Invasion) während der Olympischen Spiele beginnen könnte, obwohl es viele Spekulationen gibt, dass sie erst nach den Olympischen Spielen stattfinden würde.“

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Unter Berufung auf eigene Informationen berichtet der „Spiegel“, dass sowohl der US-Geheimdienst CIA als auch das US-Militär am Freitag mehrere Nato-Mitglieder, darunter auch Deutschland, über eine mögliche Invasion Russlands in die Ukraine am 16. Februar unterrichteten. Laut Bericht sollen die Angaben sehr detailliert gewesen sein. Demnach seien konkrete Einmarschrouten sowie Informationen zu russischen Einheiten genannt worden. Ohne konkretes Datum warnte bereits am Tag zuvor US-Außenminister Antony Blinken, dass ein russischer Einmarsch „zu jedem Zeitpunkt beginnen könnte“.

Nato-Kreise: Russlands Aufmarsch ist „von nie da gewesener Quantität und Qualität“

In Nato-Kreisen wurde nach Informationen des Redaktions­Netzwerks Deutschland (RND) bis zuletzt die Zeit nach dem 20. Februar als „kritische Phase“ gesehen. Jener Tag, an dem die Olympischen Winterspiele in Peking enden – und die Moskauer Regierung offiziell ihre derzeitigen militärischen Übungsmanöver beenden will. Danach könnte Russlands Staatschef Wladimir Putin über Krieg oder Frieden entscheiden, so die Einschätzung.

Der Aufmarsch Russlands sei „von nie da gewesener Quantität und Qualität“, heißt es aus der Nato. Inzwischen sollen über 130.000 Soldaten sowie schweres Gerät – Kampfflugzeuge, Luft­abwehr­systeme und Boote – aus teils weit entfernten Landesteilen Russlands an den Grenzen zur Ukraine stationiert worden sein. Westliche Aufklärer sprechen von den umfangreichsten Transporten schwerer Waffen, die sie je gesehen haben. Militärexperten sehen die Voraussetzungen für einen russischen Zangenangriff erfüllt. Ihrer Einschätzung nach könne eine Invasion Russlands direkt nach den Manövern stattfinden, möglicherweise sogar umgehend „aus der Bewegung heraus“.

US-Bürger sollen Ukraine spätestens in 48 Stunden verlassen

Angesichts der angespannten Lage, forderte Sullivan alle amerikanischen Staatsbürger in der Ukraine mit Nachdruck auf, das Land „so bald wie möglich“ zu verlassen. „Wir wissen nicht genau, was passieren wird, aber das Risiko ist jetzt hoch genug“, sagte der Nationale Sicherheits­berater. „Alle Amerikaner in der Ukraine sollten das Land so bald wie möglich verlassen – und auf jeden Fall in den nächsten 24 bis 48 Stunden“, betonte Sullivan.

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Falls es zu einem russischen Einmarsch kommen sollte, dürfte es zunächst Luftangriffe und dann eine Bodenoffensive geben, weswegen es dann kaum mehr möglich sein dürfte, das Land zu verlassen, sagte Sullivan. „Niemand könnte sich auf Luft-, Eisenbahn- oder Land­verbindungen verlassen, nachdem ein Militäreinsatz beginnt“, sagte er. Es werde in einem solchen Fall keinen Evakuierungs­einsatz des US-Militärs für Amerikaner in der Ukraine geben, fügte Sullivan hinzu. Präsident Joe Biden hatte amerikanische Staatsbürger bereits am Donnerstag aufgefordert, die Ukraine umgehend zu verlassen.

USA warnen Russland vor „Welle der Verurteilung aus aller Welt“

Sollte Russland tatsächlich in die Ukraine einmarschieren, drohe Moskau eine „Welle der Verurteilung aus aller Welt“, warnte Sullivan. Russlands Macht und Einfluss würden auf lange Sicht hin nicht gestärkt, sondern geschwächt. Moskau werde dann mit einer „entschlossenen trans­atlantischen Gemeinschaft“ konfrontiert sein. Es werde „massiven Druck“ auf die russische Wirtschaft geben, so Sullivan.

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US-Präsident Joe Biden hatte sich am Freitag vor Sullivans Auftritt mit westlichen Verbündeten ausgetauscht, darunter mit Bundeskanzler Olaf Scholz. Das Weiße Haus teilte mit, die Beratungen per Videokonferenz hätten fast 80 Minuten lang gedauert. Das Weiße Haus hatte vorab erklärt, in dem Gespräch solle es um die „gemeinsame Besorgnis über Russlands fortgesetzte militärische Aufstockung“ an der ukrainischen Grenze gehen. Ziel sei es, sich weiter über die „Koordinierung von Diplomatie und Abschreckung“ auszutauschen.

RND/dpa/jst

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