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Xinjiang Police Files

Datenleak zeigt Pekings Brutalität gegen die muslimischen Uiguren

Uiguren und Sympathisanten demonstrieren in Amsterdam. Sie setzen sich gegen die Unterdrückung der Uiguren in China durch die Regierung dieses Landes ein.

Ein neues Datenleak über die Umerziehungs­lager in der Region Xinjiang im Nordwesten Chinas soll die willkürliche und massenhafte Internierung der dort lebenden Minderheit der muslimischen Uiguren belegen. Ausgewertet wurden die Fotos aus den Lagern, Behörden­papiere und Reden staatlicher Funktionäre unter dem Namen Xinjiang Police Files durch 14 Medienhäuser weltweit, in Deutschland nahmen das Nachrichten­magazin „Spiegel“ sowie der „Bayerische Rundfunk“ an den Recherchen teil.

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Bislang gänzlich unbekannt war etwa die Rede eines ehemaligen Parteichefs der Region Xinjiang, der demnach im Jahr 2017 den Befehl gegeben haben soll, jeden Gefangenen zu erschießen, der versuche, ein paar Schritte weit zu entkommen. Fotos sollen zudem den Einsatz von Folter zeigen, etwa mithilfe des berüchtigten Tigerstuhls. Dabei werden Gefangene mit Beinen, Armen und Oberkörper an einem eisernen Stuhl gefesselt – teilweise mehrere Tage lang. Weiterhin sind den Recherchen zufolge auch chinesische Sicherheits­kräfte mit Sturm­gewehren zu sehen.

Zudem belegen die Recherchen die Willkür, mit der die chinesische Regierung gegen die Uiguren vorgeht. Der Rechercheverbund berichtet von jungen Männern, die lange Haftstrafen erhielten, weil sie zu oft ins Fitnessstudio gehen oder sich eine Audiodatei über islamische Regeln anhören.

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Deutscher Wissenschaftler erhielt Daten

Die Datensammlung wurde dem deutschen Anthropologen Adrian Zenz zugespielt, der bereits in der Vergangenheit an der Aufdeckung des Systems von Internierungs­lagern in der chinesischen Provinz beteiligt war. Seit 2021 steht Zenz auf der Sanktionsliste der Regierung Chinas. Der Forscher spricht angesichts des Datenleaks von einer „neuen Dimension“. Das Bildmaterial sei einzigartig und widerlege die chinesische Staats­propaganda, dass es sich um „normale Schulen“ handle.

Aktuell ist seit mehr als 17 Jahren wieder eine UN‑Menschen­rechts­kommissarin, Michelle Bachelet, in China zu Besuch. Dabei will Bachelet auch die Region Xinjiang bereisen. Es gibt jedoch erhebliche Zweifel daran, dass sich die UN‑Kommissarin frei bewegen oder sich mit Menschen offen unterhalten kann. Die Vereinten Nationen gehen davon aus, dass in der Region zeitweise etwa eine Million Menschen interniert waren, vorwiegend muslimische Uiguren. Peking wirft der Minderheit Separatismus und Terrorismus vor. Nach offiziellen Angaben handele es sich bei den Lagern um berufliche Fort­bildungs­einrichtungen, deren Ziele die Armuts­bekämpfung und der Kampf gegen extremistisches Gedankengut seien. Der Aufenthalt in den Lagern sei freiwillig.

RND/sic

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