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„Entschuldigung...“: Laschet erntet Kritik für WDR-Interview

Am Donnerstag macht sich der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet (CDU, links) ein Bild der Hochwasserlage in Hagen. Mit im Bild ist der Hagener Oberbürgermeister Erik O. Schulz.

Berlin.Nach einem Interview im WDR-Fernsehen muss sich Kanzlerkandidat Armin Laschet harscher Kritik in den sozialen Medien stellen. „Entschuldigen Sie, junge Frau. Nur weil jetzt ein solcher Tag ist, ändert man nicht die Politik“, sagte der CDU-Politiker und NRW-Ministerpräsident im Gespräch mit Moderatorin Susanne Wieseler - zumindest haben den ersten Teil so viele verstanden. Hintergrund war, ob die Flutkatastrophe in NRW Grund für eine Anpassung der CDU-Klimapolitik sei.

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Im Interview in der „Aktuellen Stunde“ des WDR-Fernsehens betonte Armin Laschet, dass die Flutkatastrophe keinen Wendepunkt in seiner Klimapolitik darstelle. Mit ihren konkreten Nachfragen brachte Moderatorin Susanne Wieseler den Kanzlerkandidaten deutlich aus dem Konzept: „Ich bin kein Aktivist, sondern Ministerpräsident.“ Kein Land gehe beim Klimaschutz so voran, wie Nordrhein-Westfalen es bereits tue – aber dies sei ein langer Prozess.

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„Mehr als Treiber sein kann NRW nicht“, erklärte Armin Laschet weiter. Als WDR-Moderatorin Susanne Wieseler dies kritisch hinterfragte, hielt Laschet entgegen, ein Grund, früher aus der Braunkohle auszusteigen, sei die Flutkatastrophe in NRW nicht. „Entschuldigen Sie, junge Frau. Nur weil jetzt ein solcher Tag ist, ändert man nicht die Politik“, ging Laschet im Interview in die Defensive.

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Er denke zudem nicht, dass die Menschen glauben, dass der Klimawandel erst ab heute zuschlage. „Wir merken doch alle, was sich in der Welt verändert, und jetzt merken wir es in Nordrhein-Westfalen und in Rheinland-Pfalz in ganz besonderer Weise. Deshalb ist es richtig, jetzt mehr Tempo beim Klimaschutz zu machen.“

Auf Twitter erntete der Ministerpräsident scharfe Kritik für seinen Auftritt. Dort wird dem CDU-Politiker vorgeworfen, die Auswirkungen des Klimawandels herunterzuspielen – etwa vom Grünen-Abgeordneten Sven Lehmann.

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Gleichzeitig sorgt Laschets defensive Haltung gegenüber Susanne Wieseler für Aufregung. Angesichts der Tatsache, dass er die Moderatorin offensichtlich mit „junge Frau“ ansprach, unterstellen ihm viele User eine herablassende Haltung gegenüber der erfahrenen Journalistin. Andere bestreiten, dass er dies überhaupt so gesagt habe oder auch, ob er nicht einfach nur den Namen der Moderatorin vergessen habe.

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Auch die Moderatorin selbst äußert Zweifel.

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Manch anderer wiederum kritisiert aber auch die Kritik an der Ansprache selbst, da der Inhalt seiner Aussagen dadurch zu kurz komme.

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Laschet war am Donnerstag in die betroffene Hochwasserregion in NRW gefahren und hatte sich ein Bild von der Lage vor Ort gemacht.

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Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version des Artikels entstand der Eindruck, Laschet habe in jedem Fall „junge Frau“ gesagt. Dies ist aber nicht eindeutig der Fall. Wir haben den Text entsprechend angepasst.

RND/ag

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