Türkei nimmt mehr als 200 mutmaßliche Gülen-Anhänger fest

  • Vier Jahre ist der Putschversuch in der Türkei nun her - und seit vier Jahren führt Präsident Erdogan “Anti-Terror-Razzien” durch.
  • Ziel ist die Festnahme mutmaßlicher Anhänger des Predigers Fethullah Gülen, den die türkische Regierung für den Putsch verantwortlich macht.
  • Nun wurden erneut mehr als 200 Verdächtige festgenommen, die meisten davon Militärs.
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Istanbul. Die türkische Polizei hat den zweiten Tag in Folge Großrazzien im Zusammenhang mit dem Putschversuch vor vier Jahren durchgeführt. Die Festnahme von rund 260 Verdächtigen sei angeordnet worden – bei einem Großteil davon handele es sich um Militärs, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu am Dienstag. Fast 200 Personen befänden sich bereits in Polizeigewahrsam.

Die Polizei habe Razzien in den Metropolen Istanbul, Ankara und Izmir sowie im zentralanatolischen Konya durchgeführt. Den Verdächtigen werde unter anderem Verbindungen zur Gülen-Organisation vorgeworfen. Bereits am Montag waren die Behörden gegen mutmaßliche Gülen-Anhänger in der Polizei vorgegangen.

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“Anti-Terror”-Razzien seit vier Jahren

Die türkische Führung macht die Bewegung um den in den USA lebenden Prediger Fethullah Gülen für den Putschversuch von Juli 2016 verantwortlich. Seine von Ankara als Fetö bezeichnete Organisation steht in der Türkei auf der Terrorliste. Die Behörden werfen der Gülen-Bewegung unter anderem vor, den Staat unterwandert zu haben.

Die türkische Führung geht seit dem Putschversuch gegen mutmaßliche Gülen-Anhänger, aber auch gegen Oppositionelle vor. Wegen mutmaßlicher Verbindungen zum Putschversuch wurden nach offiziellen Angaben rund 20.000 Militärangehörige entlassen.

RND/dpa

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