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Türkei nennt Griechenland, Frankreich und Co. “Allianz des Bösen”

  • Die Türkei verfolgt ihre Interessen im östlichen Mittelmeer mit einer eigenwilligen Auslegung des internationalen Rechts.
  • Kontrahenten werden als Bösewichte abgekanzelt.
  • Der Sprecher des türkischen Außenministeriums sprach nun sogar von einer “Allianz des Bösen”.
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Ankara. Die Türkei sieht sich von einer “Allianz des Bösen” umstellt. Griechenland, Zypern, Ägypten, Frankreich und die Vereinigten Arabischen Emirate stifteten im östlichen Mittelmeerraum Chaos und Instabilität, sagte der türkische Außenamtssprecher Hami Aksoy am Dienstag, nachdem die fünf Staaten die türkische Politik in Zypern und Libyen kritisiert hatten. Die fünf unterstützten die “rücksichtslose Aggression von Diktatoren” und opferten die Hoffnung der Libyer auf Demokratie, so Aksoy.

Aksoy klagte, Zypern und Griechenland verweigerten einen Dialog, Ägypten missachte die Interessen seines eigenen Volkes, die Emirate seien feindselig und Frankreich wolle Schirmherr dieser Allianz sein. "Wir rufen alle dieses Staaten auf, der Vernunft zu folgen", sagte er. "Frieden und Stabilität in der Region können durch ernsten und aufrichtigen Dialog erreicht werden, nicht durch Allianzen des Bösen."

Die Emirate, Griechenland, Zypern, Ägypten und Frankreich hatten nach einer Telefonkonferenz am Montag Versuche der Türkei verurteilt, in der zyprischen 200-Meilen-Zone nach Erdgas zu bohren und verlangt, dass die Türkei das UN-Waffenembargo gegen Libyen respektiert und den Zustrom syrischer Kämpfer nach Libyen verhindert.

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Konfliktherd Zypern

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Zypern ist seit 1974 geteilt, als türkische Truppen den Norden der Insel besetzten, wo später ein nur von der Türkei anerkannter türkisch-zyprischer Staat ausgerufen wurde. Alle anderen Staaten betrachten die griechisch-zyprische Regierung im Süden als einzige legitime Vertreterin der gesamten Insel. Diese wird wiederum von der Türkei nicht anerkannt, die erklärt hat, ihre von Kriegsschiffen begleiteten Bohrversuche dienten dem Schutz der Interessen türkischer Zyprer.

Im vergangen Jahr schloss die Türkei mit der von den Vereinten Nationen unterstützten Regierung Libyens Verträge über militärische Zusammenarbeit und Seegrenzen. Letzteres verstößt nach Ansicht Griechenlands und Zyperns gegen internationales Recht und ihre eigenen Rechte in der Region.

RND/AP

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