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  • Türkei: Nach Putschversuch vor vier Jahren - lebenslange Haftstrafen für schuldig gesprochene Militärangehörige und Zivilisten

Türkei: Lebenslange Haftstrafen nach Putschversuch 2016

  • Vor mehr als vier Jahren ist es in der Türkei zu einem Putschversuch gekommen.
  • Nun sind Militärangehörige und Zivilisten vom Luftwaffenstützpunkt Akinci schuldig gesprochen worden.
  • Vier von ihnen wurden zu 79 Mal lebenslanger Haft verurteilt.
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Ankara. Mehrere Militärangehörige und Zivilisten vom Luftwaffenstützpunkt Akinci in der Türkei sind wegen des Vorwurfs der Beteiligung am Putschversuch 2016 schuldig gesprochen worden.

Vier Zivilisten wurden am Donnerstag zu 79 Mal lebenslanger Haft verurteilt, wie die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu berichtete. Mindestens 21 Piloten und Kommandeure bekamen demnach ebenfalls lebenslang, bei anderen Angeklagten wurde das Strafmaß noch verlesen.

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In den vergangenen drei Jahren standen insgesamt 475 Angeklagte des Akinci-Stützpunktes vor Gericht, darunter Generäle und Kampfjetpiloten. Ihnen wurde vorgeworfen, den Putschversuch geleitet und zentrale Regierungsgebäude wie einen Teil des Parlaments bombardiert zu haben.

Vorwürfe: Mord, Führung einer Terrororganisation, versuchte Tötung des Präsidenten

Die Staatsanwälte warfen den Planern des Staatsstreichs vor, den Luftwaffenstützpunkt als Hauptquartier genutzt zu haben. In der Nacht des Putschversuchs wurde der damalige Militärchef und heutige Verteidigungsminister Hulusi Akar über mehrere Stunden hinweg auf Akinci festgehalten.

Die Vorwürfe gegen die Angeklagten lauteten unter anderem Mord, Führung einer Terrororganisation, versuchte Tötung des Präsidenten sowie Verbrechen gegen den Staat und Verstöße gegen die verfassungsgemäße Ordnung.

Das seit August 2017 laufende Verfahren war eines von zwei großen Prozessen gegen mutmaßliche Mitglieder eines Netzwerks des Geistlichen Fethullah Gülen, den Ankara beschuldigt hat, Drahtzieher des Putsches gewesen zu sein. Nach dem Putsch griffen die türkischen Behörden hart gegen Verdächtige durch; rund 77 000 Menschen wurden inhaftiert und ungefähr 130.000 Menschen verloren ihre Arbeit im Regierungsapparat.

RND/AP

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