Türkei: Ausreisesperre für Frau von totem Weißhelme-Gründer

  • Vor vier Tagen ist der Gründer der syrischen Rettungsorganisation Weißhelme, James Le Mesurier, in Istanbul gestorben.
  • Ermittler vermuten, dass er aus großer Höhe gestürzt ist.
  • Nun haben die türkischen Behörden eine Ausreisesperre gegen die Frau von Le Mesurier verhängt.
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Istanbul. Vier Tage nach dem Tod des Gründers der syrischen Rettungsorganisation Weißhelme in Istanbul ist gegen dessen Frau eine Ausreisesperre verhängt worden. Die Ermittlungen zum Tod von James Le Mesurier, der aus Großbritannien stammt, gingen weiter, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu am Donnerstag. Seine Frau sei zwei Mal verhört worden. Nach Angaben der Nachrichtenagentur DHA hat sie die schwedische Staatsbürgerschaft. Details zum Grund der Ausreisesperre waren zunächst nicht bekannt.

Le Mesurier (48) war am Montag im Stadtteil Beyoglu in der Nähe seiner Wohnung tot aufgefunden worden. Die türkische Polizei vermutet, dass er aus großer Höhe stürzte. Seine Frau hatte bei der Polizei nach Angaben von Anadolu ausgesagt, er habe in letzter Zeit "extremen Stress" gehabt und deshalb Schlafmittel und andere Medikamente eingenommen.

Die Weißhelme wurden durch ihren Einsatz im syrischen Bürgerkrieg bekannt, vor allem im Osten der lange Zeit heftig umkämpften Stadt Aleppo. Sie waren nach Bombenangriffen oft unter den ersten Helfern vor Ort. In den vergangenen acht Jahren retteten sie nach US-Angaben mehr als 115.000 Menschen. 2016 wurde die Organisation mit dem Alternativen Nobelpreis ausgezeichnet. Eine Kurz-Dokumentation über sie wurde außerdem mit einem Oscar ausgezeichnet.

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RND/dpa