Türkei: 107 Demonstranten wegen Studentenprotesten vor Gericht

  • Teilnehmern an Studentenprotesten in Istanbul wird vorgeworfen, gegen ein Demonstrationsverbot verstoßen zu haben.
  • Es drohen Gefängnisstrafen zwischen sechs Monaten und drei Jahren.
  • Hintergrund der Proteste ist die Ernennung eines AKP-nahen Universitätsdirektors.
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Istanbul. Im Zusammenhang mit Studentenprotesten in Istanbul müssen 107 Menschen vor Gericht. Ihnen werde vorgeworfen, gegen ein coronabedingtes Demonstrationsverbot verstoßen zu haben, sagte die Anwältin Yagmur Kavak der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag.

Die Angeklagten, unter denen auch eine Anwältin ist, verteilen sich auf zwei unterschiedliche Verfahren. Sie wurden alle bei Protesten am 1. Februar festgenommen. Ihnen drohen Gefängnisstrafen zwischen sechs Monaten und drei Jahren. Ein Prozesstermin steht Kavak zufolge noch nicht fest. Ein weiteres Verfahren läuft gegen eine minderjährige Person - ob sie ebenfalls vor Gericht muss, war zunächst nicht klar.

Studierende und Akademiker der Bogazici-Universität sowie Unterstützer protestieren seit Anfang Januar gegen den neuen Direktor Melih Bulu. Er steht der islamisch-konservativen Regierungspartei AKP nahe und wurde von Präsident Recep Tayyip Erdogan eingesetzt. Bei dem Protest am 1. Februar war es unter anderem zu Rangeleien zwischen Sicherheitskräften und Protestierenden gekommen.

RND/dpa

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