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Hunderte Waldbrände in der Türkei – und Erdogan wirft Tee aus fahrendem Bus

  • Nachdem in der Türkei Hunderte Waldbrände ausgebrochen waren, hat die Feuerwehr nun viele der Brände unter Kontrolle bringen können.
  • Fünf Brände loderten noch in den Touristenregionen Antalya und Mugla.
  • Staatspräsident Erdogan zeigte unterdessen seine eigene Art von Anteilnahme an der Katastrophe.
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Istanbul. Einsatzkräfte haben in der Türkei nach Angaben vom Sonntag mehr als 100 Waldbrände unter Kontrolle gebracht.

Fünf Brände loderten noch in den Touristenregionen Antalya und Mugla, twitterte der Minister für Forst und Landwirtschaft, Bekir Pakdemirli. In Mugla sei unter anderem der Badeort Marmaris betroffen. 107 weitere Feuer seien „unter Kontrolle“.

Erdogan wirft Tee aus fahrendem Bus

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Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan demonstrierte in Marmaris eine eigene Art von Anteilnahme an der Umweltkatastrophe. Wie ein Video zeigt, das auf Twitter gepostet wurde, warf das Staatsoberhaupt bei einem Besuch des Ortes Tee aus einem fahrenden Bus, der in einem Konvoi fuhr, in Richtung am Straßenrand stehender Bürger.

In einem Dorf im Bezirk Bodrum unterstützte die Polizei Löschhubschrauber und -fahrzeuge mit Wasserwerfern. Das Fernsehen zeigte Aufnahmen von zuvor bereits gelöschten Bränden, die wieder aufgeflammt waren und deren Flammen sich einem Dorf näherten.

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Auch Anwohner betätigten sich als Löschhelfer, um Wohnhäuser und Olivenhaine zu retten. Einige Häuser waren aber bereits beschädigt. Küstenwache und Privatleute mit Booten halfen, Bewohner über das Meer in Sicherheit zu bringen. Brände rückten auch auf ein Dorf nahe der Stadt Manavgat vor. Hubschrauber versuchten, die Flammen zu löschen.

Kritik an Erdogan

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Die dramatische Lage lässt Kritik am Krisenmanagement der Regierung von Präsident Recep Tayyip Erdogan laut werden. Oppositionsparteien warfen ihr vor, keine Löschflugzeuge für betroffene Regionen beschafft zu haben. Stattdessen flössen staatliche Gelder in umweltschädliche Bauprojekte.

Die Regierung selbst räumte zwar ein, keine Löschflugzeug-Flotte zu haben. Doch wies sie den Vorwurf zurück, westliche Hilfsangebote etwa vom benachbarten Rivalen Griechenland ausgeschlagen und so die eigene Brandbekämpfung untergraben zu haben. Die Regierung habe nur Offerten von Flugzeugen mit einem Fassungsvermögen von weniger als fünf Tonnen Wasser abgelehnt, sagte Landwirtschafts- und Forstminister Bekir Pakdemirli.

Auch Israel teilte über seine Botschaft in der Türkei mit, dass es dem Land Hilfe angeboten habe, doch Regierungsvertreter mit dem Verweis abgewunken hätten, dass die “Situation unter Kontrolle” sei. Unterdessen posteten Bürgermeister aus Waldbrandgebieten Videos mit verzweifelten Bitten um Löschflugzeuge. Prominente schlossen sich Kampagnen in sozialen Medien an, über die Hilfsappelle ans Ausland geschickt wurden. Letzteres zog eine wütende Reaktion des engen Erdogan-Vertrauten Fahrettin Altun nach sich: “Unsere Türkei ist stark. Unser Staat hält stand.”

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Bereits sechs Todesopfer

Laut einer Liste von Minister Pakdemirli brachen seit Mittwoch in 32 türkischen Provinzen Waldbrände aus. Sechs Menschen kamen ums Leben. Inmitten einer Hitzewelle im Süden Europas mit Temperaturen um 40 Grad sind auch andere Länder wie Italien und Griechenland von Waldbränden betroffen.

In der osttürkischen Provinz Van zerstörten unterdessen Überschwemmungen mindestens sechs Häuser eines Dorfs. Bei heftigen Regenfällen war ein kleiner Fluss über die Ufer getreten.

RND/AP/sic

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