Sind Sie bereits Abonnent? Hier anmelden

„Mit allen Mitteln“

Türkei protestiert gegen Militärpräsenz auf griechischen Ägäisinseln

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan.

Die jüngsten Drohungen des türkischen Staatschefs Recep Tayyip Erdogan gegen Griechenland erinnern an die Rhetorik des russischen Präsidenten Wladimir Putin, wenn er über seinen Krieg gegen die Ukraine spricht. „Wir beobachten die Politik des Nachbarlandes, die ein schlechtes Beispiel darstellt, sehr genau“, sagte Erdogan am Montagabend nach einer Kabinettssitzung in Ankara. Griechenland sei „politisch, militärisch und wirtschaftlich der Türkei nicht ebenbürtig“, so Erdogan. Dann kündigte der türkische Staatschef an: „Wir werden es nicht versäumen, unsere Rechte und Interessen zu verteidigen und dabei gegen Griechenland, wenn nötig, alle uns zur Verfügung stehenden Mittel einzusetzen.“

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Anlass der Drohungen ist der Streit um die Militärpräsenz auf den griechischen Inseln der Ostägäis. Am Sonntag hatte der türkische Verteidigungsminister Hulusi Akar Aufnahmen türkischer Luftaufklärer veröffentlicht, die angeblich zeigen, wie Transportschiffe der griechischen Kriegsmarine 23 gepanzerte Fahrzeuge auf den Inseln Lesbos und Samos entladen. Nach türkischer Darstellung wurden die Fotos am 18. und 21. September aufgenommen. Bei den Fahrzeugen soll es sich um Militärgerät handeln, das die USA kürzlich kostenlos Griechenland überlassen hätten, berichtete das türkische Staatsfernsehen TRT unter Berufung auf „Sicherheitskreise“. Das türkische Außenministerium hatte deswegen am Montag den griechischen Botschafter Christodoulos Lazaris einbestellt und eine Demarche an die USA gerichtet.

Erdogan: Griechenland „besetze“ Lesbos, Kos und Rhodos

Nach türkischer Ansicht verstößt Griechenland mit der Stationierung von Militär auf den Inseln, die unmittelbar vor der türkischen Küste liegen, gegen den Vertrag von Lausanne. Er regelte im Jahr 1923 den Grenzverlauf zwischen beiden Ländern und bestimmte, dass griechische Inseln wie Lesbos, Samos und Chios demilitarisiert sein müssen. Griechenland beruft sich auf das in der UN-Charta festgeschriebene Recht zur Selbstverteidigung und verweist auf die Bedrohung durch die Türkei, die an ihrer Ägäisküste die größte Landungsflotte im Mittelmeer zusammengezogen hat.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Der türkische Staatschef Erdogan spricht in jüngster Zeit häufig davon, Griechenland halte Inseln wie Lesbos, Kos und Rhodos „besetzt“ und erweckt damit den Eindruck, diese Inseln gehörten in Wirklichkeit zur Türkei. „Wir werden plötzlich eines Nachts kommen“, sagte Erdogan kürzlich. In Griechenland wurde das als Ankündigung einer Invasion interpretiert.

Der griechische Premierminister Kyriakos Mitsotakis sagte am Dienstag, Griechenland bleibe gegenüber der Türkei bei seiner Haltung, „die sich auf das Völkerrecht, die Wachsamkeit unserer Streitkräfte und den Beistand unserer Verbündeten stützt“.

Laden Sie sich jetzt hier kostenfrei unsere neue RND-App für Android und iOS herunter

Mehr aus Politik

 
 
 
 
 
Anzeige
Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

Top Themen

Krieg in der Ukraine
 

Letzte Meldungen

 
 
 
 
 
 
 
 
 

Spiele entdecken