• Startseite
  • Politik
  • „Selbstverstümmelung“: Tschechiens Präsident löst mit Äußerungen über Transgender Empörung aus

„Selbstverstümmelung“: Tschechiens Präsident löst mit Äußerungen über Transgender Empörung aus

  • Nach den Äußerungen des tschechischen Präsidenten Milos Zeman über Transgender wirft die LGBT-Gemeinde ihm vor, Hass zu verbreiten.
  • Zeman hatte sich abwertend geäußert und geschlechtsangleichende Operationen kritisiert.
  • Er zeigte zudem Verständnis für das stark umstrittene ungarische Homosexuellen-Gesetz.
Anzeige
Anzeige

Prag. Der tschechische Präsident Milos Zeman hat mit negativen Äußerungen über Transgender-Menschen Empörung ausgelöst. Zeman kritisierte geschlechtsangleichende Operationen und ein für Anfang August geplantes LGBT-Festival in Prag in einem Interview mit dem Fernsehsender CNN Prima News scharf.

Vertreter der LGBT-Gemeinde - die Abkürzung steht für Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender - beschuldigten Zeman, Hass zu verbreiten. Äußerungen wie diese würden sich negativ auf die psychische Gesundheit von LGBT-Personen auswirken.

Abwertung von Transgender-Menschen

Anzeige

Wer eine geschlechtsangleichende Operation vornehmen lasse, begehe „die Straftat der Selbstverstümmelung“, sagte Zeman in dem Interview. „Jeder medizinische Eingriff ist ein Risiko - und diese Transgender-Leute sind mir wirklich von tiefster Seele zuwider“, so der 76-Jährige. Transgender bedeutet, dass das eigene Geschlecht nicht mit den körperlichen Merkmalen übereinstimmt.

Video
EU-Kommission will gegen Ungarns Gesetz zu LGBT vorgehen
1:19 min
"Das ungarische Gesetz ist eine Schande", sagte Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Mittwoch in Brüssel.  © Reuters

In Tschechien findet Anfang Oktober eine Parlamentswahl statt. Zeman kündigte an, persönlich die populistische ANO (tschechisch für „Ja“) von Ministerpräsident Andrej Babis wählen zu wollen. Aktuelle Umfragen sagen ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit der liberalen Piratenpartei voraus, die sich unter anderen für die freie Wahl der Geschlechtsidentität einsetzt.

Zeman lobt ungarisches Gesetz

Anzeige

Über das LGBT-Festival „Prague Pride“, das in diesem Jahr vom 2. bis 8. August stattfindet, sagte Zeman: „Wenn ich etwas jünger wäre, würde ich eine riesige Demonstration von Heterosexuellen in Prag organisieren, (...) um allen zu zeigen, wie sinnlos das ist.“

Zeman zeigte zudem Verständnis für das ungarische Homosexuellen-Gesetz, das von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen als „Schande“ bezeichnet wurde.

RND/dpa

  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen