Tschechien weist russische Diplomaten aus

  • Der tschechische Außenminister Jakub Kulhanek hat die Ausweisung russischer Diplomaten angekündigt.
  • Russland soll die Größe seiner diplomatischen Vertretung in Prag auf das Niveau der tschechischen Botschaft in Moskau zu reduzieren.
  • Das Land verdächtigt russische Geheimdienste wegen eines Anschlags in Tschechien.
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Prag. Nach Verstreichen eines Ultimatums an Russland hat Tschechien faktisch die Ausweisung von Dutzenden russischer Diplomaten angekündigt. Der neue Außenminister des Nato- und EU-Mitgliedstaats, Jakub Kulhanek, gab diese Entscheidung am Donnerstag bekannt.

Er gab dem Kreml bis Ende Mai Zeit, die Größe seiner diplomatischen Vertretung in Prag auf das Niveau der tschechischen Botschaft in Moskau zu reduzieren. Dort sind nur noch fünf Diplomaten vor Ort. „Tschechien ist ein selbstbewusstes Land und verhält sich demgemäß“, sagte der 36 Jahre alte Chefdiplomat.

Zuvor hatte Prag den Kreml erfolglos aufgefordert, die Rückkehr aller ausgewiesenen tschechischen Diplomaten an die Moskauer Botschaft zu ermöglichen. Die Vertretung gilt als kaum noch arbeitsfähig.

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Kreml spricht von „Hysterie“

In Moskau reagierte man verärgert auf das Ultimatum. Der Kreml in Moskau sprach von „Hysterie“. Das tschechische Vorgehen sehe man „extrem negativ“, sagte Sprecher Dmitri Peskow der Agentur Interfax zufolge.

Der politische Konflikt begann am Samstag mit schweren Anschuldigungen Tschechiens. Prag wirft russischen Geheimdiensten vor, für Explosionen in einem Munitionslager in Vrbetice im Osten des Landes im Jahr 2014 verantwortlich zu sein. Dabei waren zwei Menschen gestorben. Ministerpräsident Andrej Babis nannte es einen „beispiellosen terroristischen Anschlag“.

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Ein Kremlsprecher sprach zuletzt von absurden und völlig unbegründeten Anschuldigungen. Beide Länder wiesen bereits am Wochenende gegenseitig Botschaftsangehörige aus - Prag 18 Russen und Moskau 20 Tschechen. Beobachter sprechen vom schwersten Konflikt zwischen beiden Staaten seit Jahrzehnten.

RND/dpa

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