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Trumps Corona-Infektion: Fotos des Weißen Hauses werfen Fragen auf

  • Wie geht es Donald Trump, und ist er in der Lage zu arbeiten? Die Verwirrung darum ist groß.
  • Der US-Präsident selbst hatte in einer Videobotschaft gesagt, es gehe ihm viel besser. Das Weiße Haus hatte Fotos von Trump veröffentlicht, die ihn arbeitend zeigen.
  • Doch die Aufnahmen werfen Fragen auf.
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Berlin. Wenn sich der Präsident der USA mit Corona infiziert, erwartet die Welt Antworten. Wie steht es um den Gesundheitszustand von Donald Trump? Die Auskünfte, die Donald Trump, dessen Leibarzt Sean Conley und das Weiße Haus bislang gaben, waren widersprüchlich.

Samstagnacht veröffentlichte Fotos des Weißen Hauses, die Trump arbeitend darstellen, sollten wohl Klarheit bringen und beweisen, dass sich der Präsident erhole. Doch stattdessen werfen die Aufnahmen nun wieder neue Fragen auf.

So zeigen die Bilder des Weißen Hauses Trump in zwei unterschiedlichen Räumen, wo er offenbar Unterlagen bearbeitet. Auf einem trägt er eine Anzugjacke, auf dem anderen ein weißes Hemd. Trumps Tochter Ivanka teilt diese Bilder auf Twitter und schreibt dazu: “Nichts kann ihn (Donald Trump) davon abhalten, für das amerikanische Volk zu arbeiten. Unermüdlich!”

Die Aufnahmen scheinen überdies zu dem zu passen, was auch Trumps Leibarzt noch in der vergangenen Nacht erklärte: Der Präsident mache “erhebliche” Fortschritte seit der Corona-Diagnose. Trump sei “noch nicht über den Berg”, aber das Team bleibe “vorsichtig optimistisch”. Auch habe er kein Fieber und brauche keinen zusätzlichen Sauerstoff. Vielmehr arbeite Trump sogar und habe sich ohne Probleme in seinem Quartier im Krankenhaus bewegt.

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1. Oktober: Am Abend vor dem positiven Corona-Test ekhrt Donald Trump mit dem hauseigenen Helikopter aus Bedminster in New Jersey zurück. Dort befindet sich sein Golf-Club.  @ Quelle: imago images/MediaPunch

Doch hat der Präsident wirklich gearbeitet oder ist alles nur ein PR-Stunt? Laut Journalist Jon Ostrower lagen zwischen beiden Aufnahmen nur zehn Minuten. Er schreibt auf Twitter unter Berufung auf die Metadaten der Fotos: “Die vom WH heute Abend veröffentlichten Fotos des im Walter Reed arbeitenden Präsidenten wurden im Abstand von zehn Minuten um 17:25:59 Uhr und 17:35:40 Uhr ET am Samstag aufgenommen, gemäß den Exif-Daten.”

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Andrew Feinberg, ebenfalls Journalist, weist zudem bei Twitter noch auf ein weiteres Detail hin. Demnach könne man bei einer Vergrößerung der Aufnahmen erkennen, dass Trump nur seinen Namen auf ein leeres Blatt Papier schreibe. Beide Hinweise lassen sich bislang nicht überprüfen.

Trump selbst hatte sich Samstagnacht mit einer Videobotschaft zu Wort gemeldet und erklärt, ihm gehe es bereits besser. “Als ich hierherkam, fühlte ich mich nicht so gut. Jetzt fühle ich mich viel besser”, sagte Trump. Seine Stimme klang etwas belegt und er wirkte leicht kurzatmig. “Ich muss zurückkommen, weil wir immer noch Amerika wieder groß machen müssen”, sagte der Präsident in Anspielung auf sein Wahlkampfmotto. “Ich denke, ich werde bald zurück sein.”

Bereits am Samstag hatte es große Verwirrung um die gesundheitliche Verfassung Trumps gegeben. Während Leibarzt Conley am Samstag noch ein rosiges Bild zu Trumps Verfassung zeichnete, hieß es kurz darauf von einer zunächst anonymen Quelle, der Präsident befinde sich “noch immer nicht auf einem klaren Weg zu einer vollständigen Genesung”. Bei der Quelle handelte es sich Medienberichten zufolge um Trumps Stabschef Mark Meadows.

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Trump in Videobotschaft - „Es geht mir viel besser“
1:51 min
Nach eigenem Bekunden geht es dem mit dem Coronavirus infizierten Donald Trump langsam besser.  © Reuters
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Und Meadows selbst bestätigte unterdessen, dass die Coronavirus-Infektion bei Trump einen schwereren Verlauf genommen hatte als zunächst dargestellt. “Gestern waren wir wirklich besorgt”, sagte Meadows am Samstagabend im TV-Sender Fox News. “Er hatte Fieber, die Sauerstoffsättigung seines Bluts war rapide gefallen.”

Zuletzt hatte es bereits Kritik an den widersprüchlichen Angaben zu Trumps Gesundheitszustand gegeben. Von einem “Glaubwürdigkeitsproblem” des Weißen Hauses und “Fragen über die Fähigkeit der Regierung, die Wahrheit zu sagen”, sprach etwa der Sender CNN. Die neuesten Aufnahmen dürften nicht dazu beitragen, diese Kritik auszuräumen.

RND/dpa/cz

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