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  • Trumps Botschaften lassen für die US-Wahlen am 3. November das Schlimmste befürchten

Warum das Michigan-Komplott Schlimmstes für die US-Wahl befürchten lässt

  • Offiziell distanziert sich US-Präsident Donald Trump von jeder Gewalt. Doch ausdrücklich kritisiert er stets nur Linksextreme.
  • Die rechten Verschwörer von Michigan haben das offenbar als Botschaft verstanden.
  • Für die Wahlen am 3. November lässt das das Schlimmste befürchten, kommentiert Karl Doemens.
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Washington. Er sei halt etwas exzentrisch, sagen seine Anhänger. Man dürfe seine Tweets nicht wörtlich nehmen, und immerhin habe Donald Trump keinen Krieg angefangen, argumentiert mancher Verharmloser noch heute. Doch spätestens das nun von der Bundespolizei FBI aufgedeckte Komplott beweist endgültig das alarmierende Gegenteil: Die Gefahr, die von diesem US-Präsidenten ausgeht, ist höchst real.

Seine Kurznachrichten ermuntern rechte Terroristen, und seine spalterische Sprache bereitet den Boden für gewalttätige Auseinandersetzungen, die das Land in einen blutigen Bürgerkrieg stürzen können. Der Mann ist lebensgefährlich.

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Natürlich hat Trump weder die Milizen, die schwerbewaffnet durch amerikanische Städte ziehen und dabei mindestens zwei Menschen erschossen haben, noch die Verschwörer von Michigan direkt zu ihren Taten aufgefordert.

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Rechte Miliz plante Entführung von Michigans Gouverneurin
1:05 min
Neben der Enführung hätten die Mitglieder der Miliz geplant, das Parlamentsgebäude des Bundesstaates einzunehmen und Gewalt zu schüren, hieß es.  © Reuters

Aber seit dem Neonazi-Aufmarsch von Charlottesville vor drei Jahren, bei dem der Präsident unter den Protestlern mit Fackeln und Hakenkreuzfahnen “gute Leute” ausmachte, kultiviert er bewusst eine mehr als doppeldeutige Sprache. Er verurteilt Gewalttaten, nennt aber ausdrücklich nur die linksextreme Antifa. Er ruft die rassistischen “Proud Boys” auf, sich zurückzuhalten, setzt aber gleich hinzu: “Steht bereit!” Die rechten Schlägertrupps verstehen die Botschaft und handeln.

Das lässt für die anstehenden Wahlen das Schlimmste befürchten. Seit Wochen bereitet Trump mit substanzlosen Behauptungen über einen massenhaften Wahlbetrug die Delegitimierung des Urnengangs vor und wiegelt seine Basis auf.

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“Befreit Michigan!”, hatte er im Mai getwittert. Kurz darauf begannen die Verschwörer mit der Planung für einen Putsch auf Landesebene. Die Vorstellung, Trump könne am Abend des 3. November die Parole “Befreit Washington!” ausgeben, lässt einen erschaudern. Leider ist die Gefahr höchst real.

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