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Trump will US-Handelspakt mit Großbritannien – Johnson braucht ihn

  • US-Präsident Trump will einen Handelspakt zwischen den USA und Großbritannien.
  • Briten-Premier Johnson sieht Hürden – gerade im britischen Export in Richtung der Vereinigten Staaten.
  • Großbritannien kann laut Johnson weder Rindfleisch oder Lamm in die USA exportieren – trotzdem man von US-Seiten 2014 eine Lockerung für Einfuhren zusagte.
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US-Präsident Donald Trump plant "einen sehr großen Handelspakt" mit Großbritannien. Sobald das Vereinigte Königreich die Europäische Union verlasse, wolle er sich mit Premier Boris Johnson an die Ausarbeitung machen, kündigte Trump am Sonntag beim G7-Gipfel in Biarritz an. Er lobte den britischen Regierungschef mit Blick auf den Brexit als "den richtige Mann für den Job". Der brauche keine Ratschläge von ihm.

Trump und Johnson kamen bei einem Arbeitsfrühstück zusammen. Anschließend erklärten sie gemeinsam, es werde eine Arbeitsgruppe zu Handelsfragen ins Leben gerufen. Der US-Präsident begrüßte Johnson als "eine andere Person" im Vergleich zu Ex-Premierministerin Theresa May. Trump hatte vor deren Rücktritt kritisiert, sie nehme seine Brexit-Verhandlungstipps nicht an.

Über den G7-Gipfel allgemein twitterte Trump zuvor, die Staats- und Regierungschefs kämen "sehr gut" zurecht und die Treffen seien ebenfalls sehr gut. Lediglich die "Fake News" berichteten über Spannungen, was aber "falsch und unzutreffend" sei. Den Vereinigten Staaten gehe es aus wirtschaftlicher Sicht großartig und darüber spreche die ganze Welt.

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Trump: "Wir verstehen uns gerade sehr gut mit China"

Im Gespräch schienen Johnson und Trump gleichermaßen zu Späßen aufgelegt. Der Premier würdigte Amerikas Wirtschaftsleistung, mahnte aber eine Deeskalation im Handelsstreit mit China an. Was Handelskriege angehe, bevorzugten die Briten Handelsfrieden, so Johnson. Das Vereinigte Königreich habe seit mehr als 200 Jahren vom freien Handel profitiert.

Trump schlug ebenfalls versöhnlichere Töne an. "Wir verstehen uns gerade sehr gut mit China", sagte er - trotz des offenkundigen Handelskonflikts. Auf die Frage, ob er eine Eskalation des Streits bereue, erklärte er, "über alles Bedenken" zu haben.

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Mit Blick auf ein US-britisches Handelsabkommen hatte Johnson noch am Vortag gewarnt, ein solcher Pakt sei kein Selbstläufer. Bürokratische Hürden erschwerten es britischen Waren, auf den US-Markt zu gelangen, kritisierte Johnson auf dem Weg nach Biarritz. Konkret beklagte er, Großbritannien könne weder Rindfleisch oder Lamm in die USA exportieren. Dabei hätten die USA im Jahr 2014 zugesagt, ein entsprechendes Verbot zu kippen. Auch englische Schweinefleischpasteten würden zwar in Thailand und in Island verkauft, dürften aber derzeit nicht nach Amerika.

Angesichts des erwarteten britischen Austritts aus der EU und deren Binnenmarkt mit 500 Millionen Menschen ist Johnson dringend auf einen Handelspakt mit den USA angewiesen. Europa ist bisher Großbritanniens größter Handelspartner. Auf der Suche nach einer vergleichbaren Alternative richtet London den Blick nach Amerika.

RND/AP

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