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Trump verteidigt Corona-Strategie: Haben Millionen von Toten verhindert

  • Donald Trump hat zugegeben, dass er das Coronavirus bewusst verharmlost hat.
  • Er habe Panik vermeiden wollen, sagt er.
  • Kritiker sehen das anders.
1:56 min
Medienberichten zufolge hat Trump das Coronavirus zu Jahresbeginn bewusst heruntergespielt, um eine Panik zu verhindern. Äußerungen zufolge war sich Trump der Ansteckungsgefahren durch das Virus bewusst.  © Reuters
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US-Präsident Donald Trump hat seine Strategie verteidigt, die Gefahren des Coronavirus öffentlich herunterzuspielen. Die habe dem Ziel gedient, eine Panik zu verhindern, sagte er am Mittwoch während einer Pressekonferenz: “Bei Führung geht es darum, Zuversicht zu verbreiten.” Das habe er gemacht.

Trump hat nach eigenen Worten die Coronavirus-Gefahr absichtlich heruntergespielt. Zugleich geht aus am Mittwoch veröffentlichten Auszügen aus Interviews mit dem Journalisten Bob Woodward hervor, dass Trump bereits Anfang Februar informiert war, dass das Virus sich über Luft überträgt und eine höhere Sterberate als eine Grippe aufweist. Öffentlich verwies er in dieser Zeit dagegen auf niedrige Fallzahlen in den USA und behauptete mehrfach, das Virus werde mit der Zeit einfach verschwinden.

Auf einem Mitschnitt eines Interviews mit Woodward ist unter anderem zu hören, wie Trump am 19. März nach der Einleitung “Um ehrlich mit Ihnen zu sein, Bob” sagt: “Ich wollte es immer herunterspielen. Ich spiele es auch immer noch gern herunter, weil ich keine Panik erzeugen will.”

Auf dem Tonmitschnitt gibt Trump zu bedenken, dass das Coronavirus weitaus gefährlicher sei als eine normale Grippe. Es verbreite sich über die Luft und könne auch junge Menschen hart treffen. Öffentlich hatte er immer wieder genau das Gegenteil behauptet. Mehrfach hielt er Wahlkampfveranstaltungen ab, zu der Tausende Menschen ohne Mund-Nasen-Schutz kamen.

In den USA starben rund 190.000 Menschen nach einer Ansteckung mit dem Coronavirus – zum Teil auch, weil sie Warnungen von Experten und Vorsichtsmaßnahmen wie Masken nicht ernst nahmen. In seinem Statement rühmte sich Trump, dass seine Politik sehr erfolgreich gewesen sei: “Wir haben Millionen von Toten verhindert”, sagte er. Vor allem habe er die US-Grenzen geschlossen, als viele andere das noch für falsch hielten.

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Woodward genießt im US-Journalismus den Status einer Legende, seit er und sein Kollege Carl Bernstein eine entscheidende Rolle im Watergate-Skandal spielten, der Präsident Richard Nixon 1974 den Job kostete. Sein neues Buch “Rage” (etwa: Wut) erscheint erst kommende Woche. Der Sender CNN berichtete aber über das Buch vorab und veröffentlichte auch kurze Audiomitschnitte aus den Interviews.

In einem Gespräch am 7. Februar sagte Trump den Aufnahmen zufolge: “Das ist tödliches Zeug.” Menschen müssten nicht erst Kontaktflächen anfassen, um sich anzustecken: “Man atmet einfach Luft ein, und das ist, wie es sich überträgt.” Die Krankheit sei auch „"tödlicher" als die Grippe, die pro Jahr 25.000 bis 30.000 Amerikaner das Leben koste.

“Wer hätte das jemals gedacht, richtig?”, bemerkte der Präsident dazu. Ende Februar sprach Trump unterdessen bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus davon, wie wichtig es sei, sich oft die Hände zu waschen und nicht jeden Griff anzufassen – und dass man sich der Krankheit gegenüber genauso wie bei einer Grippe verhalten sollte.

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Trumps Sprecherin Kayleigh McEnany bestritt nicht die Echtheit der Aufnahmen. Sie sagte aber zugleich: “Der Präsident hat die amerikanische Öffentlichkeit nie über Covid belogen.” Es gehöre aber zu seinen Aufgaben, dafür zu sorgen, dass die Bevölkerung die Ruhe behalte. “Der Präsident hat das Virus nie heruntergespielt. Der Präsident hat Ruhe ausgestrahlt. Er war hoffnungsvoll”, sagte McEnany. Zugleich habe er frühzeitig Maßnahmen wie eine Einschränkung der Einreise aus China ergriffen.

Trumps Herausforderer im Rennen ums Weiße Haus, Joe Biden, griff den Präsidenten unterdessen scharf an: “Er wusste, wie tödlich es ist und hat es gezielt heruntergespielt. Schlimmer noch, er hat das amerikanische Volk angelogen.” Zehntausende Menschenleben hätten gerettet werden können, wenn Trump schneller gehandelt hätte, sagte Biden.

Auch Fachleute kritisieren Trump scharf. “Wir hätten viele Leben retten können, wenn Trump früher offen über die Gefahren des Virus geredet hätte”, sagte Ashisha Jha von der Brown University of Public Health dem Fernsehsender CNN. Die meisten Amerikaner könnten die Wahrheit vertragen. Wenn ein Hurrikan nahe, dann verharmlose das schließlich auch niemand.

pach/dpa/RND

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