• Startseite
  • Politik
  • Trump und Biden: Nach TV-Duell geht der Kampf auf Twitter weiter

Nach TV-Debatte: Trump und Biden feinden sich weiter an – via Twitter

  • Die erste TV-Debatte zwischen den Präsidentschaftskandidaten Donald Trump und Joe Biden hatte wenig Konstruktives an sich.
  • Die Bewerber unterbrachen und beschimpften sich gegenseitig.
  • Am Tag danach geht das auf Twitter im gleichen Stil weiter.
Anzeige
Anzeige

Cleveland. Nach einem von Beleidigungen und Chaos geprägten Fernsehduell haben US-Präsident Donald Trump und sein demokratischer Herausforderer Joe Biden weiter gegeneinander ausgeteilt. Trump schrieb am Mittwoch auf Twitter, Biden würde mit seinen Vorhaben das Land ruinieren, habe aber mit seinem Auftritt vom Dienstag ohnehin jede Unterstützung verloren.

Biden wiederum postete ein Video, in dem Trump mit einem heulenden Smiley als Kopf zu sehen ist und warf ihm vor, sich nicht von rechtsextremen Gruppen distanziert zu haben.

Anzeige

Am Abend zuvor hatten sich die beiden US-Präsidentschaftskandidaten in der ersten von drei Fernsehdebatten vor der Wahl einen erbitterten Schlagabtausch geliefert, sich laufend gegenseitig unterbrochen und beleidigt. Moderator Chris Wallace hatte Mühe, zu Wort zu kommen.

“Trump hat keinen Plan”

Joe Biden hat den Auftritt von Trump beim TV-Duell als “Peinlichkeit für das Land” bezeichnet. Trump habe 90 Minuten lang alles versucht, um abzulenken, sagte Biden am Mittwoch in Alliance im US-Bundesstaat Ohio vor Journalisten. Der Republikaner war Biden bei der Debatte am Dienstagabend (Ortszeit) ständig ins Wort gefallen und hatte ihn auch persönlich angegriffen.

Anzeige

“Trump hat keinen Plan, keine Ideen”, sagte Biden. Auf die Frage, was er unentschiedenen Wählern sage, die die Debatte gesehen hätten und genug von der Politik hätten, sagte der Demokrat: “Ich kann es verstehen.”

Bei den Wählern kam das Spektakel schlecht an: 69 Prozent sagten in einer Blitzumfrage des Senders CBS, das Streitgespräch habe sie vor allem verärgert.

Anzeige
Video
Biden: TV-Duell war „nationale Peinlichkeit“
1:51 min
Biden forderte die Amerikaner auf, für ihn zu stimmen, um jede Möglichkeit auszuschließen, dass Trump im Falle einer Wahlniederlage im Weißen Haus bleibt.  © Reuters

Von Start an feindselig

Wegen der Coronavirus-Pandemie gab es nicht einmal ein freundliches Händeschütteln zu Beginn, genauso wenig wie die üblichen jubelnden Unterstützer beider Kandidaten im Saal.

Stattdessen waren rund 100 Personen in dem umgebauten Saal, der zuvor auch als behelfsmäßige Notfallkrankenstation für Corona-Patienten gedient hatte.

Video
Chaotisches TV-Duell zwischen Trump und Biden
3:40 min
Die etwa 90-minütige Debatte war geprägt von gegenseitigen Beleidigungen und persönlichen Angriffen, streckenweise verlief sie regelrecht chaotisch.  © Reuters

Der Ton war vom Start weg feindselig. Trump und Biden sprachen häufig gleichzeitig, vor allem Trump fiel Biden oft lautstark ins Wort, sodass Biden irgendwann entnervt sagte: “Würden Sie die Klappe halten, Mann?” An einer anderen Stelle fragte er: “Leute, habt ihr irgendeine Vorstellung, was dieser Clown da macht?” und “Jeder weiß, dass er ein Lügner ist”.

Anzeige

Trump wollte Rechtsradikale nicht verurteilen

Politische Ziele und Vorhaben der beiden gerieten dabei in den Hintergrund. Für besondere Empörung unter den Demokraten sorgte die Tatsache, dass Trump sich weigerte, weiße Rassisten und paramilitärische Gruppen zu verurteilen, und stattdessen sagte, es müsse etwas gegen die linke Gruppierung Antifa und die radikale Linke unternommen werden.

Biden sprach konkret eine Gruppe namens “Proud Boys” an, worauf Trump sagte: “‘Proud Boys’, haltet euch zurück und haltet euch bereit” (“stand back and stand by”). In der Frage des Moderators war es allgemein darum gegangen, ob Trump bereit wäre, explizit Gruppen und Milizen aus dem “White Supremacy”-Spektrum zu verurteilen, zu deren Ansichten die Überlegenheit der Weißen gehört.

Die Gruppe feierte diese Aussage. In einem Kanal des Messagingdienstes Telegram mit mehr 5000 Mitgliedern wurde sie über und unter das Logo gestellt. In Hinblick auf die Gruppierung sagte Biden am Mittwoch: “Das ist nicht das, was wir als Amerikaner sind.”

Die Schicksalswahl Der Newsletter mit Hintergründen und Analysen zur Präsidentschaftswahl in den USA.

Die Corona-Pandemie nahm naturgemäß eine wichtige Rolle in der 90-minütigen Debatte ein. Biden warf dem Präsidenten vor, durch zu langes Abwarten die hohe Todeszahl mitverschuldet zu haben.

Trump wiederum behauptete, dass statt mehr als 200.000 Toten in den USA zwei Millionen Opfer zu beklagen wären, falls Biden Präsident wäre. Belege dafür legte er nicht vor, ebenso wenig wie für neue Behauptungen, durch die Briefwahl könnte es am 3. November zu massivem Betrug kommen.

Neue Regeln für nächste Debatten

Derweil sollen die nächsten beiden Rededuelle unter anderen Regeln stattfinden. Es werde neue Mittel geben, um für Ordnung zu sorgen, teilte die Kommission für Präsidentschaftsdebatten am Mittwoch mit. Das parteiunabhängige Gremium organisiert seit 1988 die Fernsehduelle vor Präsidentschaftswahlen.

In einer Stellungnahme hieß es, das erste Duell habe deutlich gemacht, dass es zusätzliche Strukturen brauche, um eine geordnetere Diskussion zu ermöglichen. Welche dies sein sollen, werde man in Kürze verkünden.

RND/AP/dpa

  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen