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Drei Szenarien zur Präsidentschaft: Diese fünf Staaten entscheiden jetzt die US-Wahl

  • Der Präsidentschaftswahlkampf in den USA ist spannender, als es die Umfragen vermuten ließen.
  • Wer der neue US-Präsident wird, entscheidet sich voraussichtlich in fünf Staaten, die aktuell noch ausgezählt werden.
  • Dabei sind verschiedene Szenarien denkbar – unter anderem eines, bei dem am 21. Januar 2021 Mike Pence zum amtierenden US-Präsidenten wird.
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Der Kampf um die US-Präsidentschaft ist noch nicht entschieden. In zahlreichen Bundesstaaten werden weiter Stimmen ausgezählt, sowohl in einzelnen Wahlkreisen als auch via Brief eingereichte Wahlzettel. Einzelne Staaten, wie etwa Pennsylvania oder Wisconsin, haben angekündigt, dass die Auszählung noch mehrere Tage dauern könnte. Dennoch zeichnet sich schon jetzt ab, dass das Ergebnis dieser Wahl von der Auszählung in fünf Staaten abhängen wird: Pennsylvania, Georgia, Michigan, North Carolina und Wisconsin.

Zwei weitere Staaten sind noch nicht so weit ausgezählt, dass ein Ergebnis schon feststünde – das sind Nevada (sechs Wahlmännerstimmen) und Alaska (drei Wahlmännerstimmen). Bei Alaska sieht alles nach dem erwarteten Sieg für Donald Trump aus. In Nevada hingegen scheint das Rennen knapper, dort führt am Morgen Joe Biden mit wenigen Prozentpunkten. Allerdings kommt ein großer Teil der fehlenden Stimmen aus Clark County, dem bevölkerungsreichsten Bezirk des Bundesstaats, zu dem auch Las Vegas gehört. Es ist ein Bezirk, der allen Experteneinschätzungen nach deutlich an Joe Biden gehen sollte.

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Rechnet man die Wahlmännerstimmen Alaskas für Donald Trump, die Stimmen aus Nevada für Joe Biden, dann führt Biden am Mittwochmorgen mit 244 zu 216 Wahlmännerstimmen. Es fehlen ihm 26 Wahlmänner für die Präsidentschaft. Für den Ausgang der Wahl wird es deshalb entscheidend sein, wie das Ergebnis in den fünf umkämpften Staaten Pennsylvania, Georgia, Michigan, North Carolina und Wisconsin ausgeht. Drei Szenarien sind denkbar:

Szenario 1: So bleibt Donald Trump US-Präsident

In einer Ansprache hat sich Donald Trump bereits zum Sieger erklärt. Und nach aktuellem Stand hätte er auch recht. In vier der umkämpften Staaten liegt am Mittwochmorgen (unserer Zeit) der amtierende US-Präsident vorne, in Wisconsin führt nach neuesten Zahlen Joe Biden denkbar knapp. Bliebe es dabei, würde Trump am Ende mehr als die erforderlichen 270 Wahlmännerstimmen erringen.

In allen fünf umkämpften Staaten hatte Trump 2016 gewonnen. Sowohl North Carolina als auch Georgia sind traditionell eher Hochburgen der Republikaner. Im wichtigen Pennsylvania (20 Wahlmänner) liegt der amtierende Präsident am Vormittag schon deutlich vorne, auch in Michigan führt er mit mehr als 5 Prozent der Stimmen. Diese vier Staaten würden Trump für eine zweite Amtszeit als US-Präsident reichen.

Szenario 2: So wird Joe Biden US-Präsident

Um die Wahl noch zu drehen, muss Joe Biden in zwei der fünf umkämpften Staaten gewinnen. Seine besten Chancen liegen wahrscheinlich im Mittleren Westen, in Michigan und Wisconsin. In beiden Staaten werden die Briefwahlunterlagen zuletzt ausgewertet – und es war eine zentrale Strategie der Demokraten, auf genau diese zu setzen. Laut CNN haben in Michigan, wo aktuell Trump noch recht deutlich vorne liegt, mehr Menschen via Briefwahl abgestimmt als am Wahltag in den Wahllokalen. Gewinnt Biden in beiden Staaten, kommt er auf genau 270 Wahlmänner – das Minimalergebnis, das ihn zum Präsidenten macht.

Auch in Pennsylvania werden die via Briefwahl abgegebenen Stimmen am Ende gezählt, aber dort hat Trump am Mittwochmorgen schon zwölf Prozentpunkte Vorsprung. Eine Führung, die nur schwer einzuholen sein wird. In North Carolina und Georgia ist der Abstand deutlich geringer, aber in diesen beiden Staaten ist ein Großteil der vorab abgegebenen Stimmen bereits ausgezählt – hier ist also weniger mit einem späten Push für Biden zu rechnen.

Anmerkung zur Karte: Diese Karte zählt Staaten erst für einen der beiden Kandidaten, sobald ein offizielles Ergebnis vorliegt. Damit sind Arizona und Maine – die sicher an Joe Biden gehen werden – noch nicht für den Kandidaten der Demokraten gezählt.

Szenario 3: Was passiert bei einem Unentschieden

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Ein weiteres Szenario ist unwahrscheinlich, aber denkbar. Gewinnt Trump in Pennsylvania, Michigan und Georgia; Joe Biden aber in North Carolina und Wisconsin, dann endet die US-Wahl mit 269 zu 269 Wahlmännerstimmen unentschieden. In diesem Fall entscheidet das neue Repräsentantenhaus über den Ausgang der Wahl. Allerdings bekommt nicht jedes Mitglied eine Stimme in dieser Abstimmung – stattdessen bekommt jeder Bundesstaat eine Stimme und die Kongressabgeordneten eines Staates müssen sich einigen, für welchen Kandidaten sie stimmen wollen. Unabhängig davon, ob ein Staat einen Abgeordneten in den Kongress entsendet, wie Montana, oder 53, wie Kalifornien.

Da die Wahl zum Repräsentantenhaus parallel zur Präsidentschaftswahl stattfand, stehen auch hier noch nicht alle Ergebnisse fest. Laut 270towin würden aktuell 26 der 50 Bundesstaaten von Republikanern dominiert, was in diesem Fall aber für einen Sieg Donald Trumps sprechen würde.

Ein weiterer Mechanismus zur Bestimmung des neuen US-Präsidenten ist nicht vorgesehen. Das Repräsentantenhaus muss seine Beratungen also fortsetzen, bis ein Kandidat eine Mehrzahl der Stimmen erhält. Gelingt das bis zum 20. Januar nicht, dann wird der Vizepräsident zum amtierenden Präsidenten. Und diesen bestimmt der neue Senat. In diesem werden 33 Sitze aktuell neu vergeben, welche der großen Parteien im neuen Senat die Mehrheit haben wird, ist am Mittwochmorgen weiter offen. Im Falle eines Unentschiedens in der Präsidentschaftswahl könnte der amtierende US-Präsident am 21. Januar 2021 also sowohl Mike Pence als auch Kamala Harris heißen.

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