Trump nennt Impeachment “Lynchmord”

  • Wegen seiner wenig feinfühligen Wortwahl steht US-Präsident Trump geradezu dauerhaft in der Kritik.
  • Diesmal nutzt er ein extrem belastetes Wort - “Lynchmord” - um zu sagen, wie er das drohende Impeachment gegen sich sieht.
  • Das Wort ist fest verbunden mit brutalen, rassistisch motivierten Tötungen Schwarzer - Kritik folgt prompt.
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Washington. US-Präsident Donald Trump hat das von den Demokraten gegen ihn angestrengte Amtsenthebungsverfahren als "Lynchmord" bezeichnet. Er werde jedoch als Sieger aus dem Verfahren hervorgehen, zeigte sich Trump am Dienstag zuversichtlich. "Alle Republikaner müssen sich daran erinnern, was sie hier erleben - einen Lynchmord", schrieb er auf Twitter. Trump hatte das Vorgehen gegen ihn Anfang Oktober bereits als "Putsch" bezeichnet.

Der Begriff "Lynchmord" wird in den USA historisch zumeist mit brutalen rassistisch motivierten Tötungen Schwarzer in den Südstaaten in Verbindung gebracht. Ein demokratischer Abgeordneter aus dem Bundesstaat South Carolina, James Clyburn, verurteilte die Wortwahl des Präsidenten als "aufhetzend". "Das ist ein Wort, das kein Präsident auf sich selbst bezogen nutzen sollte", sagte er dem Nachrichtensender CNN. "Das ist ein Wort, mit dem wir sehr, sehr vorsichtig umgehen sollten."

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JOE BIDEN: Der demokratische Präsidentschaftsbewerber sieht Amerika in einem "Kampf um die Seele dieser Nation" und will Trump deswegen bei der US-Wahl 2020 herausfordern. Umfragen sehen im ehemaligen Senator und Vizepräsidenten den derzeit aussichtsreichsten Gegner Trumps, auch wenn der 76-Jährige bei Auftritten zuletzt immer wieder schwächelte. Trump bezeichnet ihn als "Sleepy Joe" - als "schläfrigen Joe". Unter Trumps Vorgänger Barack Obama war Biden von 2009 bis 2017 Vizepräsident.  @ Quelle: imago images / ZUMA Press
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Ukraine-Affäre: Parlamentsausschüsse vernehmen Zeugen

Die Demokraten im Repräsentantenhaus hatten im September Vorbereitungen für ein Amtsenthebungsverfahren gegen Trump wegen mutmaßlichen Machtmissbrauchs eingeleitet. Trump wird vorgeworfen, den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in einem Telefonat Ende Juli zu Ermittlungen gegen seinen Rivalen Joe Biden und dessen Sohn Hunter ermuntert zu haben. Die Demokraten sehen darin einen Versuch Trumps, die Wahl mit Hilfe einer ausländischen Regierung zu gewinnen. Zudem soll er Hilfsgelder als Druckmittel eingesetzt haben. Trump bestreitet alle Vorwürfe.

Drei ermittelnde Parlamentsausschüsse vernehmen derzeit Zeugen. Am Dienstag sollte etwa der geschäftsführende US-Botschafter in Kiew, William Taylor, hinter verschlossenen Türen dazu aussagen.

RND/dpa

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