Trump lobt Protestler im Iran - Ischinger mahnt zur Vorsicht

  • Nachdem das iranische Regime eingeräumt hat, das ukrainische Passagierflugzeug versehentlich abgeschossen zu haben, demonstrieren Tausende Iraner gegen ihre politische Führung.
  • US-Präsident Trump stellt sich öffentlich hinter die Regimekritiker.
  • Doch der Chef der Münchner Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger, warnt vor zu großer Unterstützung.
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Berlin. Der Chef der Münchner Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger, hat vor einer zu großen Unterstützung der Demonstranten im Iran gewarnt. "Zu viel Unterstützung kann auch dazu führen, dass der Konflikt eskaliert", sagte er am Montag im ZDF-"Morgenmagazin". Ischinger kritisierte das Verhalten von US-Präsident Donald Trump, der sich via Twitter demonstrativ hinter die Demonstranten gestellt hatte.

Den richtigen Umgang mit den Demonstranten im Iran bezeichnete Ischinger als eine der "schwersten Gratwanderungen". Neben Zurückhaltung und Vorsicht müsse man der iranischen Bevölkerung auch zeigen, dass der Protest in der Welt gesehen werde. Um in der Region Einfluss zu haben, braucht es laut Ischinger neben politischer Überzeugungskraft und kluger Diplomatie notfalls auch "Unterfütterung durch militärische Mittel".

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In Irans Hauptstadt Teheran weiten sich die regierungskritischen Proteste nach dem Abschuss einer ukrainischen Passagiermaschine durch den Iran aus. Bis zu 3000 Menschen demonstrierten am Sonntag laut der Nachrichtenagentur ILNA in der Hauptstadt. Sie kritisieren die Vertuschung von Fakten durch die iranische Führung.

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Und auch die Skepsis an Trumps Aufrichtigkeit beim Vorgehen gegen den Iran wächst. Nachdem der US-Präsident die gezielte Tötung des iranischen Top-Generals, Ghassem Soleimani, mit "wahrscheinlich" bevorstehenden Angriffen auf US-Botschaften begründet hatte, befeuert US-Verteidigungsminister Mark Espen die Zweifel an dieser Darstellung. Für derartige Pläne gebe es keine Beweise, sagte Espen am Sonntag dem US-Sender CBS.

RND/dpa/cz

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