• Startseite
  • Politik
  • Trump lobt “Blutlinie” des Antisemiten und Autobauers Henry Ford

Trump lobt “Blutlinie” des Antisemiten und Autobauers Henry Ford

  • Ausgerechnet für die “Blutlinie” des Autobauers und Antisemiten Henry Ford fand US-Präsident Donald Trump bei einem Besuch in einem Ford-Werk Lob.
  • In den 1920er-Jahren veröffentlichte Ford zahlreiche judenfeindliche Schriften, Adolf Hitler bezeichnete den Mann als Inspiration.
  • Die amerikanische “Anti Defamation League” fordert eine Entschuldigung von Trump.
Anzeige
Anzeige

Ypsilanti. Bei einem Besuch in einem Werk des Autoherstellers Ford im Bundesstaat Michigan hat US-Präsident Donald Trump am Donnerstag den Unternehmensgründer und Antisemiten Henry Ford gelobt. Trump sagte über Ford, er sei ein “Mann mit guter Blutlinie” gewesen.

Henry Ford gab seit 1919 die Zeitung “Dearborn Independent” heraus, in der eine Vielzahl antisemitischer Artikel veröffentlicht wurden – unter anderem auch die judenfeindliche Hetzschrift “Die Protokolle der Weisen von Zion”.

Weiterlesen nach der Anzeige
Anzeige

Von 1920 bis 1922 gab Ford außerdem das Buch “Der Internationale Jude: Ein Weltproblem” heraus, eine Sammlung zahlreicher zuvor in Fords Zeitung erschienener antisemitischer Texte. Das sorgte auch für Bewunderung bei den deutschen Nationalsozialisten: Adolf Hitler hängte sich sogar ein Porträt Fords in sein Büro und bezeichnete ihn 1931 als seine “Inspiration”.

Anzeige

Organisation fordert Entschuldigung von Trump

Der Geschäftsführer der amerikanischen Organisation “Anti Defamation League”, Jonathan Greenblatt, forderte Donald Trump am Freitag auf, sich für sein Lob zu entschuldigen. “Henry Ford war ein Antisemit und einer der entschiedensten Befürworter der Eugenik in Amerika”, schrieb Greenblatt auf Twitter. Seine Organisation setzt sich gegen Antisemitismus und andere Diskriminierungsformen ein.

Anzeige

Für Kritik hatte auch Trumps Weigerung gesorgt, bei seinem Besuch des Ford-Werks in Ypsilanti im US-Bundesstaat Michigan einen Mundschutz zu tragen. Michigans Justizministerin Dana Nessel hatte Trump in einem offenen Brief darauf hingewiesen, dass die rechtlichen Vorgaben auch für ihn gelten. Fernsehbilder zeigten den Präsidenten jedoch ohne Maske.

RND/feh

  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen