Trump lädt Erdogan ins Weiße Haus ein – nach Drohungen auf Twitter

  • Erst drohte Donald Trump seinem türkischen Amtskollegen mit wirtschaftlicher Zerstörung.
  • Jetzt lud der US-Präsident Erdogan ins Weiße Haus ein.
  • Auf Twitter betonte Trump außerdem die Partnerschaft der USA mit Ankara.
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Washington. US-Präsident Donald Trump hat nach einer harschen Drohung im Konflikt mit der Türkei um Nordsyrien zurückgerudert. Ankara sei ein wichtiger Partner für die USA, schrieb er am Dienstag auf Twitter und lud Präsident Recep Tayyip Erdogan für den 13. November ins Weiße Haus. Gleichzeitig wies er auch Vorwürfe zurück, er habe mit dem Abzug der US-Soldaten aus dem Grenzgebiet zwischen Syrien und der Türkei die mit den USA verbündeten Kurden im Stich gelassen.

Die syrisch-kurdische Miliz YPG kämpfte fast vier Jahre lang an der Seite der USA in Syrien gegen die Terrormiliz Islamischer Staat. Erdogan stuft die Gruppe aber als Terrorvereinigung und eine Bedrohung seiner Südgrenze ein. Mit dem Abzug der 50 bis 100 US-Soldaten aus Nordsyrien am Montag machte Trump nach Ansicht seiner Kritiker den Weg für eine angekündigte Invasion der Türkei dort frei. Auch viele aus seiner eigenen Partei verurteilten die Entscheidung, die Kurden im Stich zu lassen. Unter anderem ist die Sorge groß, dass so die von den Kurden festgehaltenen IS-Kämpfer freikommen könnten.

Am Dienstag schrieb Trump an die Adresse der Verbündeten von der YPG: "Wir sind vielleicht dabei, Syrien zu verlassen, aber in keiner Weise haben wir die Kurden fallengelassen, die besondere Leute und wunderbare Kämpfer sind".

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Der Türkei hatte Trump am Montag mit wirtschaftlicher Zerstörung gedroht, sollte sie bei der Militäroperation zu weit gehen oder gar US-Soldaten in Gefahr bringen.

Türkei will weiterhin in Nordsyrien einmarschieren

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Die Türkei kündigte an, trotzdem an ihrer geplanten Militärintervention im Nordosten von Syrien festzuhalten. "Wenn es um die Sicherheit der Türkei geht, entscheiden wir unseren eigenen Weg", sagte Vizepräsident Fuat Oktay am Dienstag.

Die USA waren seit 2014 in Syrien militärisch aktiv. Trump stellte seine Entscheidung für den Abzug als Erfüllung eines Wahlkampfversprechens dar, sich aus "endlosem Krieg" im Nahen Osten zurückzuziehen.

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Der syrische stellvertretende Außenminister Faissal Mekdad rief die Kurden auf, sich der Regierung wiederanzuschließen, nachdem sie offenbar von den US-Verbündeten im Stich gelassen wurden. "Das Heimatland begrüßt alle seine Söhne und Damaskus wird alle syrischen Probleme auf positive Art und Weise, weg von Gewalt, lösen", sagte Mekdad in einem Interview der regierungsnahen Zeitung "Al-Watan".

Die Türkei hat in den vergangenen Jahren bereits zwei große Interventionen in Nordsyrien gestartet. Die erste war 2016. Im vergangenen Jahr führte ein Angriff auf die syrisch-kurdische Enklave Afrin dazu, dass rund 300 000 Menschen vertrieben wurden.

Iran warnt Türkei vor Militärintervention

Der Iran hat sich den internationalen Warnungen an die Türkei vor einer Militärintervention gegen syrische Kurden angeschlossen. Außenminister Mohammed Dschawad Sarif verdeutlichte seinem Kollegen Mevlüt Cavusoglu in einem Telefonat Teherans Ablehnung eines türkischen Angriffs in Nordsyrien, wie das iranische Staatsfernsehen am Dienstag berichtete. Sarif habe Ankara aufgefordert, Syriens Integrität und Souveränität zu respektieren.

Die beiden Länder arbeiten zusammen mit Russland in der sogenannten Astana-Gruppe, die den syrischen Bürgerkrieg eindämmen und beenden will. Die Bemühungen laufen parallel zu denen der Vereinten Nationen.

RND/AP