Trump am Telefon zu May und Merkel: “mutlos” und “dumm”

  • Die Welt hat sich schon an manche Eskapaden im Weißen Haus gewöhnt.
  • Zuletzt machte Ex-Sicherheitsberater Bolton mit seinem Enthüllungsbuch von sich reden.
  • Das wird nun von Berichten über Telefonate von US-Präsident Trump mit Verbündeten getoppt.
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Berlin. US-Präsident Donald Trump wurde in seiner bisherigen Amtszeit von hochrangigsten US-Beamten immer wieder als Gefahr für die nationale Sicherheit bezeichnet und als “wahnhaft” im Umgang mit ausländischen Führern.

Das schreibt Watergate-Enthüller Carl Bernstein für “CNN politics” mit Verweis auf Quellen, die Hunderte von streng geheimen Telefongesprächen Trumps mit ausländischen Staatsoberhäuptern mit angehört oder ausgewertet hätten.

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Der ehemalige US-Sicherheitsberater Bolton erhebt in einem neuen Buch schwere Vorwürfe gegen den US-Präsidenten.  © Thoralf Cleven/Reuters
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Danach sei der Präsident durchweg unvorbereitet auf die Erörterung ernster Fragen, begegne Politikern wie dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan oft übertrieben entgegenkommend und den wichtigsten Verbündeten Amerikas beleidigend.

Zu diesen Einschätzungen kamen Spitzenbeamte wie die früheren nationalen Sicherheitsberater H. R. McMaster und John Bolton, Verteidigungsminister James Mattis, Außenminister Rex Tillerson und der Stabschef des Weißen Hauses, John Kelly.

Viele schildern Trumps Umgang mit Staatsoberhäuptern so, dass dieser glaube, er könne die Politiker entweder bezaubern, umgarnen oder zwingen. Alle sollen vor seinem Willen kapitulieren. Dabei, berichten die CNN-Quellen, verfolge Trump oft Ziele seiner eigenen Agenda und nicht das, was viele seiner leitenden Berater als nationales Interesse betrachteten.

Nahrung erhalten diese Berichte durch Veröffentlichungen, die Trump vorhalten, besonders auf Russlands Präsidenten Putin Rücksicht zu nehmen. Danach soll der Präsident im März erfahren haben, dass Russland den Taliban Kopfgelder angeboten habe, um US-Soldaten in Afghanistan zu töten – und nichts unternommen hätte. Das Weiße Haus streitet dies ab.

Die mit Abstand meisten Telefonate soll Trump mit dem türkischen Präsidenten geführt haben, der laut Quellen zeitweise mindestens zweimal pro Woche im Weißen Haus angerufen haben soll. In der Zwischenzeit soll Präsident Trump Führungspolitiker der engsten Verbündeten schikaniert oder sogar erniedrigt haben. CNN berichtet, dass es Trump vor allem auf zwei Frauen abgesehen hatte.

Der früheren britischen Premierministerin Theresa May habe er bescheinigt, sie sei schwach und mutlos. Zu Bundeskanzlerin Angela Merkel soll Trump gesagt haben, sie sei “dumm”.

Vor Politikern wie Saudi-Arabiens königlichen Erben Mohammed bin Salman und Nordkorea-Machthaber Kim Jong Un habe er dagegen mit seinem Reichtum, seinem “Genie” und seinen “großen” Leistungen als Präsident geprahlt sowie die “Idiotie” seiner Vorgänger im Oval Office kritisiert.

Das Bild, das die CNN-Quellen von Trumps Telefongesprächen mit ausländischen Führern zeichnen, stimmt mit Schilderungen überein, die der ehemalige nationale Sicherheitsberater John Bolton in seinem Buch “The Room Where It Happened” beschreibt. Allerdings umfassen die Telefonate, über die CNN berichtet, einen weitaus längeren Zeitraum als Boltons Amtszeit.



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