• Startseite
  • Politik
  • Trotz Personalnot – Kliniken lassen Fördermittel für zusätzliche Pflegekräfte verfallen

Trotz Personalnot – Kliniken lassen Fördermittel für zusätzliche Pflegekräfte verfallen

  • In der Krankenpflege sind viele Stellen offen.
  • Dennoch haben die Krankenhäuser ein extra aufgelegtes Förderprogramm für die Einstellung von Personal nicht in vollem Umfang genutzt.
  • Das ergibt sich aus einem Bericht des Kassen­spitzenverbandes.
|
Anzeige
Anzeige

Berlin. Die Krankenhäuser haben trotz der akuten Personalnot Fördermittel in Millionenhöhe zur Einstellung von zusätzlichen Pflegekräften verfallen lassen. Das ergibt sich aus einem Bericht des Spitzenverbandes der gesetzlichen Krankenkassen, der dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) vorliegt.

Danach wurden von den Kliniken zwischen 2016 und 2018 aus einem eigens aufgelegten Pflegestellen-Förderprogramm der Bundesregierung nur 380 der zur Verfügung gestellten 600 Millionen Euro abgerufen.

2019 stieg zwar die abgerufene Summe auf 680 Millionen Euro. Gemessen daran, dass in dem Jahr Fördermittel in unbegrenzter Höhe zur Verfügung standen, ist die Summe aber dennoch vergleichsweise gering: Zwar wurde vereinbart, mit dem Geld 10.000 neue Vollzeitstellen in 890 Kliniken zu schaffen. Das hat den Bedarf aber nicht ansatzweise gedeckt: Nach wie vor sind rund 15.000 Stellen in der Krankenpflege nicht besetzt.

Anzeige
Hauptstadt Radar Der RND-Newsletter aus dem Regierungsviertel mit dem 360-Grad-Blick auf die Politik im Superwahljahr. Immer dienstags, donnerstags und samstags.

Seit 2020 keine Förderung notwendig

Seit 2020 ist eine gesonderte Förderung überflüssig, weil durch eine Reform des Finanzierungs­systems alle Pflegekräfte in Krankenhäusern gesondert von den Krankenkassen bezahlt werden. Davor mussten die Kliniken die Pflege aus den sogenannten Fallpauschalen für die Behandlung der Patienten finanzieren. Das hatte dazu geführt, dass aus Kostengründen bei der Pflege gespart worden war.

Problematisch ist es laut Bericht für die Krankenkassen festzustellen, ob die mit der Förderung zugesagten Stellen tatsächlich auch geschaffen wurden. Die Zahlen könnten erst abgeglichen werden, wenn die testierten Jahresabschlüsse der Kliniken vorlägen, heißt es in dem Bericht. Das sei aber zum jetzigen Zeitpunkt erst bei 189 der teilnehmenden 890 Kliniken der Fall.

  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen