Trotz des Linken-Skandals: Die Gefahr geht von rechts aus

  • Diese Woche haben die Linken wieder von sich Reden gemacht.
  • In Erfurt wurde Bodo Ramelow doch noch Ministerpräsident, zuvor fielen während einer Strategiekonferenz skandalöse Sätze.
  • Trotzdem sollte die Politik nicht in alte Reflexe zurückfallen, meint Gordon Repinski.
|
Anzeige
Anzeige

Diese Woche hat eine eigentlich wenig überraschende Erkenntnis. Sie stammt von der Strategiekonferenz der Linkspartei. Sie lautet: In der Partei befinden sich chaotische Vertreter der Antifa sowie fragwürdige Personen, die unter anderem darüber schwadronieren, die Reichsten der Gesellschaft um die Ecke bringen zu wollen.

Die Linkspartei hat zudem einen Parteichef, der derartig inakzeptable Äußerungen nicht umgehend unterbindet und sich im Namen seiner Partei distanziert, sondern daraus auch noch einen schäbigen Witz macht.

Es ist kein gutes Bild, das die Linkspartei da von sich abgibt, und ja, Bernd Riexinger sollte zurücktreten.

Weiterlesen nach der Anzeige
Anzeige

Es sind Entgleisungen und Fehler, die zwar weder von der Basis der Partei noch von ihrem vielfach als unfähig enttarnten Parteichef verwundern, trotzdem wird schnell wieder das große Bild gezeichnet: Seht her, so ist die Linkspartei, zu der gehört natürlich auch Bodo Ramelow.

Alles nicht mehr so schlimm?

Von dort ist es ein kurzer Weg zum Stimmverhalten von FDP und CDU in Thüringen und schon bald fühlen sich die Geschehnisse des 5. Februar, als der radikalste Landesverband der AfD das demokratische System düpierte und einen FDP-Mann zum Kurzzeitministerpräsidenten machte, nicht mehr ganz so schlimm an.

Das Motto: Sie hat es sich eben auch nicht anders verdient, diese Linkspartei.

Anzeige

Es ist eine gefährliche bedauernswerte Spirale, denn sie führt geradewegs in die Hufeisentheorie, nach der von links und rechts aktuell eine gleiche Gefahr ausgeht. Das ist aber nicht so.

Deutschland erlebt in diesen Jahren eine erschreckende Welle rechtsterroristischer Gewalt. Ein Kasseler Regierungspräsident wurde ermordet, weil er für eine milde Flüchtlingspolitik stand. Nur eine stabile Tür hat ein Blutbad in einer Synagoge in Halle verhindert. In Hanau ermordete ein Rechtsradikaler neun unschuldige Menschen in zwei Shishabars.

Anzeige

Jetzt nicht relativieren!

Nach Hanau haben viele gesagt, alles müsse nun anders werden. Aber während die Gedenkstunde für die Opfer im Bundestag noch läuft, verschiebt sich die Debatte mit Blick auf Chaoten in der Linkspartei wieder in die andere Richtung. Dabei ist die Erkenntnis von Hanau doch eigentlich klar: Rechtsterrorismus muss als größte politische Gefahr in Deutschland erkannt werden und darf nicht relativiert werden.

Nur, wenn das auch an Tagen gelingt, an denen die politischen Reflexe in eine andere Richtung ausschlagen wollen, haben wir als Gesellschaft wirklich aus den Ereignissen von Hanau gelernt.

  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen